Jemen

Regierung im Jemen und Separatisten im Süden einigen sich

5. November 2019, 20:14 Uhr
"Diese Vereinbarung wird, so Gott will, zu umfassenderen Gesprächen zwischen den Konfliktparteien im Jemen führen, um eine politische Lösung zu finden und den Krieg zu beenden", sagte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (Mitte, hinten) zum Friedensabkommen.
"Diese Vereinbarung wird, so Gott will, zu umfassenderen Gesprächen zwischen den Konfliktparteien im Jemen führen, um eine politische Lösung zu finden und den Krieg zu beenden", sagte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (Mitte, hinten) zum Friedensabkommen.
© KEYSTONE/EPA SAUDI ROYAL COURT/BANDAR ALJALOUD HANDOUT
Im Jemen nährt ein Friedensschluss mit einer Separatisten-Gruppe Hoffnungen auf ein Ende des seit Jahren andauernden Bürgerkriegs. Die international anerkannte Regierung des Jemen verständigte sich mit dem Südlichen Übergangsrat (STC) auf eine Vereinbarung.

Diese soll den seit Monaten tobenden Machtkampf zwischen den beiden eigentlich gegen die Huthi-Rebellen verbündeten Gruppen beenden. Die Regierung in Riad hatte seit über einem Monat mit beiden Seiten verhandelt und pries die Übereinkunft als einen Schritt hin zu einem Friedensschluss. Präsident Abedrabbo Mansur Hadi und der Anführer des Übergangsrats des Südens (STC), Aidarus al-Subeidie, nahmen an einer Zeremonie in der saudiarabischen Hauptstadt Riad teil.

"Diese Vereinbarung wird, so Gott will, zu umfassenderen Gesprächen zwischen den Konfliktparteien im Jemen führen, um eine politische Lösung zu finden und den Krieg zu beenden", sagte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Der Uno-Sondergesandte Martin Griffiths erklärte auf Twitter, die Einigung sei ein wichtiger Schritt hin zum Frieden. US-Präsident Donald Trump twitterte: "Ein sehr guter Anfang! Alle sollten hart daran arbeiten, eine endgültige Einigung zu erzielen."

Die Einigung sieht unter anderem vor, dass die Regierung wieder ihren Sitz in der Hafenstadt Aden nimmt und die Separatisten in die regulären Streitkräfte eingegliedert werden. Zudem solle innerhalb der kommenden Monate eine Regierung mit Vertretern aus dem Norden und dem Süden des Jemens gebildet werden.

Nach Angaben von Behördenvertretern und Berichten saudiarabischer Medien soll der STC mehrere Ministerien erhalten. Der Uno-Sondergesandte für Jemen, Martin Griffiths, gratulierte beiden Seiten zu dem Abkommen. Die Unterzeichnung sei "ein wichtiger Schritt für unsere gemeinsamen Bemühungen, eine friedliche Lösung des Konflikts im Jemen voranzutreiben", erklärte er.

Interimshauptstadt Aden

Die im Südjemen gelegene Hafenstadt Aden ist seit Januar 2015 die Interimshauptstadt der international anerkannten Regierung Hadis. Der Präsident war aus der eigentlichen Hauptstadt Sanaa geflohen, als diese von den Huthi-Rebellen besetzt wurde. Er befindet sich mittlerweile allerdings im Exil in Saudi-Arabien.

Im August hatten Einheiten des STC mit Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate die Hafenstadt Aden überrannt und damit eine neue Front in dem seit Jahren andauernden Bürgerkrieg im Jemen eröffnet. Der STC hatte bis dahin an der Seite der jemenitischen Regierung gegen die Huthi-Milizen gekämpft. Diese werden vom Iran unterstützt und halten grosse Teile des Nordjemens besetzt.

Die Kämpfe offenbarten Risse innerhalb der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, welche die Regierung im Krieg gegen die Huthi-Rebellen im Norden unterstützt. Unter Vermittlung von Saudi-Arabien fanden in den vergangenen Wochen indirekte Gespräche in der saudiarabischen Stadt Dschiddah statt.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen Hadis und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

Die Frontstellung in dem Konflikt in Aden war in den vergangenen Monaten eine andere: Dort kämpfen die Truppen des Präsidenten gegen Separatisten, die seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat Südjemen kämpfen, wie er bereits vor der jemenitischen Vereinigung 1990 bestanden hatte.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. November 2019 20:10
aktualisiert: 5. November 2019 20:14