Rentner bestellt über 300 Kinder-Vergewaltigungen

28. Februar 2017, 14:31 Uhr
Ein dänischer Rentner hat über das Internet hunderte Vergewaltigungen von Kindern auf den Philippinen bestellt und mitverfolgt. Nun steht er dafür vor Gericht. (Symbolbild)
Ein dänischer Rentner hat über das Internet hunderte Vergewaltigungen von Kindern auf den Philippinen bestellt und mitverfolgt. Nun steht er dafür vor Gericht. (Symbolbild)
© KEYSTONE/LUIS BERG
Ein Rentner aus Dänemark soll hunderte Vergewaltigungen an Kindern über das Internet bestellt haben. Dafür muss sich der 70-Jährige seit Dienstag in Glostrup bei Kopenhagen vor Gericht verantworten.

Die Anklage wirft dem Mann vor, zwischen 2011 und 2016 auf den Philippinen hunderte Missbrauchstaten über einen Livestream verfolgt zu haben. Von seinem Computer in einem Kopenhagener Vorort aus habe er bestimmen können, was den Kleinen angetan werden solle. 346 Fälle sind angeklagt.

Angeklagter gibt Bestellungen zu

In den «Shows» sollen viele Kinder erst sieben oder acht Jahre alt gewesen sein. Das stritt der Mann am Dienstag vor Gericht ab: Er habe nie den Missbrauch von Kindern geordert, die jünger als zwölf gewesen seien. Die meisten Bestellungen gab der Angeklagte aber zu.

Ein Tipp des amerikanischen FBI hatte die dänischen Ermittler auf die Spur des Mannes gebracht. Im Februar 2016 war der 70-Jährige wegen der Vergewaltigungen auf Bestellung festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Grösster Internet-Missbrauch in Dänemark

Als Beweismaterial dienen unter anderem mehr als 4700 Seiten Chats, in denen der Rentner Anweisungen gegeben haben soll.. Nie zuvor hat es die dänische Polizei nach eigenen Angaben mit einem so umfassenden Fall des sexuellen Missbrauchs über das Internet zu tun gehabt. «Das ist die grösste Sache, die uns bislang untergekommen ist», sagte Flemming Kjærside, Ermittler für Computer-Kriminalität, dem dänischen Radio.

Für den Prozess sind 41 Verhandlungstage geplant. Ein Urteil soll im Juni fallen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 28. Februar 2017 13:56
aktualisiert: 28. Februar 2017 14:31