Russische Stadt Jejsk

Russischer Kampfjet stürzt in Wohnviertel ab – Zahl der Toten steigt auf 13

18. Oktober 2022, 09:08 Uhr
Ein russischer Kampfjet vom Typ Su-34 ist am Montag in der russischen Stadt Jejsk am Asowschen Meer über einem Wohnviertel abgestürzt. 72 Wohnungen wurden dabei beschädigt, man geht von mindestens 13 Toten aus, unter ihnen drei Kinder.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

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Beim Absturz eines russischen Kampfjets über der russischen Stadt Jejsk am Asowschen Meer hat es am Montag Tote und Verletzte gegeben. Der Kampfbomber vom Typ Suchoj Su-34 fiel kurz nach dem Start direkt neben ein achtstöckiges Wohnhaus, das zum Teil in Brand gesetzt wurde. Nach Angaben des regionalen Zivilschutzes vom Abend wurden mindestens 13 Menschen getötet. Unter ihnen seien auch drei Kinder, teilten die russischen Behörden am Dienstagmorgen mit. 19 Personen wurden verletzt. Bei sechs Menschen war der Verbleib unklar. Den Angaben zufolge wurden 72 Wohnungen beschädigt.

Piloten hätten sich retten können

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Absturz. Beim Start von einem nahen Fliegerhorst habe eines von zwei Triebwerken Feuer gefangen, hiess es. Die zwei Mann aus dem Cockpit hätten sich mit Fallschirmen gerettet.

Präsident Wladimir Putin wurde über den Absturz informiert. Aus Moskau flogen Katastrophenschutzminister Alexander Kurenkow und Gesundheitsminister Michail Muraschko nach Jejsk.

Offene Frage über Bewaffnung des Flugzeugs

Videos, die angeblich aus der Stadt stammen, zeigten eine grosse Explosion dicht an dem Hochhaus. Dann waren kleinere Detonationen zu hören. Ein Teil des Gebäudes fing bis zum Dach hinauf Feuer. Nach offiziellen Angaben gelang es 400 Rettungskräften bis zum Abend, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Das Haus sei nicht einsturzgefährdet. In einer nahegelegenen Schule sei niemand verletzt worden.

Die Maschine sei auf einem Übungsflug gewesen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Solche Flüge finden den Regeln nach ohne Munition statt. Allerdings deutete die Boulevardzeitung «Komsomolskaja Prawda» die Explosionen so, dass die Maschine bewaffnet gewesen sei. Die Hafenstadt Jejsk liegt aber auch so dicht an der Ukraine, dass von dort Luftangriffe gestartet werden könnten.

(sda/dak)

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. Oktober 2022 21:46
aktualisiert: 18. Oktober 2022 09:08