Atlantic Whisky Challenge

Schweizer gewinnen das härteste Ruderrennen der Welt

16. Januar 2022, 20:46 Uhr
Ein historischer Sieg: Ein 4-köpfiges Team aus dem Aargau hat das härteste Ruderrennen der Welt gewonnen. Die Teilnehmer mussten mit ihren Booten 5000 Kilometer von den Kanaren bis in die Karibik rudern, und das so schnell wie möglich.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: TeleM1

Am 12. Dezember war das Team aus vier Kollegen, die sich aus der Rekrutenschule kennen, in See gestochen. Am Sonntag, etwas mehr als einen Monat später, ruderten die Schweizer als schnellstes Teams durchs Ziel auf der karibische Insel Antigua.

Das letzte Radarbild nach der Zielankunft des Schweizer Teams
© Screenshot swiss-raw.ch

Während der ganzen Zeit lebten die vier jungen Männer zusammen auf kleinstem Raum, ohne jeglichen Komfort. Das Ruderboot war gerade einmal acht Meter lang, mit je einer Kabine an jedem Ende. Ein erwachsener Mann hatte in den Betten nur knapp Platz.

Eine Küche oder gar eine Toilette suchte man vergebens. «Wir haben einen Wasserkocher und ernähren uns von Astronautenfutter. Für die Notdurft steht uns ein Kessel zur Verfügung», fasste Samuel Widmer die Bootsausstattung vor der Reise zusammen. Die vier Abenteurer ruderten in Schichten. Wer gerade keine Ruder in den Händen hielt, war mit der Bootswartung beschäftigt, mit Schlafen und ganz wichtig: mit Essen. «Wir verbrennen pro Woche rund 50’000 Kalorien pro Person, wir können es uns also gar nicht leisten, nicht zu essen», sagte Widmer vor der Challenge.

«Sie sassen zuvor noch nie in einem Ruderboot»

Stolz auf Samuel Widmer und seine drei Mitstreiter sind vor allem Widmers Eltern, Susan und Stefan Widmer. Die ganze Familie verfolgte den Sieg via Livestream: «Wir haben die Jungs vorhin gesehen. Das war sehr schön. Jetzt steht die Erleichterung im Vordergrund: Dass sie gut angekommen sind und dass es ihnen gut geht.»

Während dreieinhalb Jahren hat sich das Vierer-Team vom Ruderclub Hallwilersee für die Challenge vorbereitet. Die anstrengenden Jahre haben sich gelohnt, denn bereits nach zehn Tagen gingen die Schweizer in Führung und liessen sich diese Position auch nicht mehr nehmen. Zum Sieg geführt hat sie Trainerin Annick Kohler. Sie ist von der Leistung des Teams beeindruckt: «Sie sassen noch nie in einem Ruderboot und hatten somit auch noch nie ein Ruder in der Hand. Als wir starteten, mussten wir erstmal alles erklären. Sie haben das wirklich gut gemeistert.»

Sieg bringt viel Gutes mit sich

Doch nicht nur der Ehrgeiz bewegte das Quartett, die rund 3000 Seemeilen über den Atlantischen Ozean zu bewältigen. Das Ruder-Team sammelte für einen guten Zweck. Yves Neupert, Manager des Teams «Swiss Raw» hofft nun, dass sich ihr Erfolg im Spendentopf zeigt: «Sie möchten Kinder in der Schweiz unterstützen, die kein einfaches Leben haben. Deshalb unterstützen wir sie mit dem überschüssigen Kapital, dass wir gesammelt haben und noch sammeln werden.» Das Geld geht an die Stiftung Kovive.

Jetzt heisst es aber erst einmal Ausruhen und die Karibik geniessen. Und vor allem viel Essen: Während den 34 Tagen auf dem offenen Meer hat das Ruder-Team zwischen 16 und 21 Kilogramm an Gewicht verloren.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 16. Januar 2022 12:39
aktualisiert: 16. Januar 2022 20:46
Anzeige