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Brasilien

Schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro wegen Corona-Politik

20. Oktober 2021, 17:30 Uhr
In Brasilien hat ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik schwere Vorwürfe gegen Präsident Jair Bolsonaro erhoben und eine Anklage empfohlen. Im Abschlussbericht, den Senator Renan Calheiros am Mittwoch einreichte, werden Bolsonaro neun teilweise schwere Verbrechen während der Corona-Pandemie zu Last gelegt. Insgesamt sollen laut der Empfehlung weitere 65 Personen und Geschäftsleute sowie zwei Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden.
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro telefoniert im Präsidentenpalast Planalto. Ein Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik hat schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro erhoben und eine Anklage empfohlen.
© Keystone/AP/Eraldo Peres

Der Untersuchungsausschuss hatte auf dem Höhepunkt einer ausser Kontrolle geratenen Corona-Pandemie im April seine Arbeit aufgenommen, um die Handlungen und Unterlassungen der brasilianischen Regierung in der Pandemie zu beleuchten. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das grösste Land in Lateinamerika die Marke von 600 000 Corona-Toten.

Rechtspopulist Bolsonaro verharmlost das Coronavirus trotzdem seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmassnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel. Er hat mehrmals betont, dass er selbst noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sei.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Oktober 2021 17:30
aktualisiert: 20. Oktober 2021 17:30