Süsser Fund gibt Polizei Rätsel auf

Sandro Zulian, 10. August 2017, 16:55 Uhr
Über 2000 dieser Riegel wurden in Bad Oldesloe in einer Sackgasse gefunden.
Über 2000 dieser Riegel wurden in Bad Oldesloe in einer Sackgasse gefunden.
© commons.wikimedia.org / A. Kniesel
In der Kleinstadt Bad Oldesloe in Norddeutschland gibt ein Fund Rätsel auf. Sage und schreibe 53 Kilogramm Kinderschokolade hat ein Unbekannter im Mai auf einer Strasse liegengelassen. Die Polizei sucht jetzt den Besitzer.

«Am 24. Mai wurde in einer Sackgasse in Bad Oldesloe um die Mittagszeit beobachtet, wie aus einem grauen Kleinwagen eine grössere Menge Kinderschokolade ausgeladen wurde», sagt Thorsten Gronau von der Polizeidirektion Ratzeburg im Bundesland Schleswig-Holstein gegenüber FM1Today. Insgesamt 53 Kilogramm wurden dort in einer Sackgasse einfach auf die Strasse gelegt.

Beobachtungen haben nichts gebracht

Bürger hätten daraufhin die Polizei gerufen, sagt Gronau. «Die Polizei hat die Ware dann in Säcke gepackt und sichergestellt.» Die Polizei geht seit dem Fund im Mai von einem Diebstahl aus. Ob es sich dabei um Diebesgut oder um eine illegale Abfallentsorgung handelt, prüft die Kriminalpolizei noch. Der Besitzer der Kinderschokolade konnte aber bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Die bisherigen Ermittlungen der Polizei verliefen allesamt im Sande. Deshalb haben sich die Behörden zum Gang an die Öffentlichkeit entschieden.

«Selber essen dürfen wir nicht»

Die Kinderriegel warten momentan in der Reservatenkammer der Polizei auf ihren Besitzer. Oder auch auf hungrige Polizisten? «Nein, selber essen dürfen und wollen wir die Schokoriegel nicht», sagt Gronau. Auf mehrmaliges Nachfragen gibt aber auch der Mediensprecher der Polizeidirektion Ratzeburg lachend zu: «Appetit hätte der eine oder andere Polizist wohl schon.» Die Beamten in Norddeutschland könnten aber ganz gut zwischen «Mein» und «Dein» unterscheiden. Wird der Besitzer der Schokolade auch in Zukunft nicht gefunden, so werde das mutmassliche Diebesgut wohl oder übel vernichtet, sagt Gronau: «Und zwar durch einen Fachbetrieb. Nicht durch die Polizei.»

© Ein Polizist posiert mit der sichergestellten Ware. (Bild: Markus Carstens / Lübecker Nachrichten Stormarn)

Sandro Zulian
Quelle: saz
veröffentlicht: 10. August 2017 16:55
aktualisiert: 10. August 2017 16:55