Syrien

Tote und Dutzende Verletzte bei Angriff mit Streumunition in Syrien

6. November 2022, 13:07 Uhr
Im Norden Syriens sind mindestens neun Menschen bei Bombardierungen getötet worden. Rund 70 weitere Menschen seien bei Artilleriebeschuss durch syrische Regierungstruppen verletzt worden, teilten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Rettungsorganisation Weisshelme am Sonntag übereinstimmend mit. Dabei soll auch international geächtete Streumuniton eingesetzt worden sein.
Blutspuren sind nach dem Beschuss im Flüchtlingscamp Maram zu sehen. Im Norden Syriens sind mehrere Menschen bei Bombardierungen getötet worden. Dabei soll auch international geächtete Streumuniton eingesetzt worden sein.
© Keystone/AP/Ghaith Alsayed
Anzeige

Syrische Regierungstruppen sollen im Norden des Landes Bombardierungen mit Streumunition durchgeführt haben. Dabei kamen mindestens neun Menschen ums Leben, rund 70 weitere seien verletzt worden. Dies berichten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Rettungsorganisation Weisshelme am Sonntag. Die Angriffe trafen demnach mehrere Flüchtlingscamps in der Region Idlib. Russische Kampfflugzeuge sollen ebenfalls Stellungen bombardiert haben. Details dazu gab es jedoch zunächst keine.

Mit Streumunition werden viele kleinere Sprengsätze bezeichnet, die in Behältern aus Flugzeugen und Raketenwerfern abgeschossen werden. Sie werden wahllos und grossflächig verteilt und explodieren. Viele landen auch als Blindgänger in Böden und töten oder verletzen Menschen noch Jahre später. Die allermeisten Opfer sind Zivilisten.

Die Region um Idlib ist nach mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg das letzte grosse Rebellengebiet des Landes. Russland und die Türkei haben sich als Schutzmächte der syrischen Regierung beziehungsweise der Opposition auf eine Waffenruhe für das lange umkämpfte Gebiet geeinigt. Seitdem geht die Gewalt zwar zurück. Dennoch kommt es immer wieder zu Angriffen, bei denen häufig auch Zivilisten getötet werden.

Der Konflikt in Syrien hatte im Frühjahr 2011 mit Protesten gegen die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad begonnen. Die Regierung ging mit Gewalt dagegen vor. Die Anhänger des Staatschefs kontrollieren mittlerweile wieder rund zwei Drittel des Landes. Eine politische Lösung für den Konflikt ist nicht in Sicht.

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. November 2022 13:07
aktualisiert: 6. November 2022 13:07