USA

Trotz Erkrankung: Trump will am Wochenende wieder Wahlkampf machen

9. Oktober 2020, 16:36 Uhr
ARCHIV - Donald Trump, Präsident der USA, verfolgt mit verschränkten Armen eine Kabinettsitzung im Weißen Haus. Foto: Evan Vucci/AP/dpa
© Keystone/AP/Evan Vucci
US-Präsident Donald Trump will noch an diesem Wochenende wieder mit Auftritten in den Wahlkampf zurück. Der 74-Jährige kündigte in einem Telefon-Interview mit dem TV-Sender Fox News an, am Samstag nach Florida und dann am Sonntag nach Pennsylvania zu fahren. Seinem Leibarzt zufolge hat Trump die ihm verschriebene Behandlung wegen seiner Corona-Infektion abgeschlossen. Von Samstag an dürfe er wieder öffentliche Termine absolvieren. Die vergangenen Tage hatte Trump nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus im Weissen Haus verbracht.

Der republikanische Präsident schränkte in dem Interview ein, dass man die Wahlkampf-Veranstaltungen am Wochenende erst noch organisieren müsse. Florida und Pennsylvania sind bei der Präsidentenwahl am 3. November wichtige Bundesstaaten, in denen es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen könnte. Jüngste Umfragen sehen dort Trumps demokratischen Herausforderer Joe Biden vorn. Auch landesweit sprechen die Umfragen derzeit eher für Biden (77).

Während das Weisse Haus seit Tagen betont, dass Trump keine Krankheitssymptome mehr habe, musste er in dem gut 20-minütigen Interview am Donnerstagabend (Ortszeit) zwei Mal mitten im Satz wegen Problemen mit der Stimme und Husten pausieren. Er solle am Freitag wieder getestet werden, sagte Trump. Zuvor hatte er eine entsprechende Frage des TV-Moderators Sean Hannity zwei Mal ignoriert.

Trumps Leibarzt Sean Conley machte zuvor nur vage Angaben dazu, warum der Präsident wieder in die Öffentlichkeit dürfe. Der kommende Samstag werde der zehnte Tag nach Trumps positivem Coronavirus-Test am Donnerstag vergangener Woche sein, schrieb Conley in einem Gesundheits-Update. «Ich erwarte die sichere Rückkehr des Präsidenten zu öffentlichen Terminen zu diesem Zeitpunkt.» Conley verwies auch auf «die Kurve bei fortschrittlicher Diagnostik».

Zehn Tage gelten generell als die Zeit, nach der Corona-Patienten nicht mehr ansteckend sind. Allerdings weisen Experten darauf hin, dass dies vor allem für leichte Fälle gelte und der Zeitraum in Einzelfällen sowie je nach Behandlung unterschiedlich sein kann. «Ich denke nicht, dass ich ansteckend bin», sagte Trump zuvor am Morgen in einem ersten knapp einstündigen Telefoninterview mit Fox.

Trump war nach drei Nächten im Krankenhaus am Montagabend ins Weisse Haus zurückgekehrt. Er war unter anderem mit einem experimentellen Antikörper-Mittel sowie mit Steroiden behandelt worden. «Insgesamt hat er sehr gut auf die Behandlung angesprochen», erklärte der Leibarzt. Es gebe keine Hinweise auf ein Fortschreiten der Krankheit.

Conley zufolge lag die Sauerstoffsättigung von Trumps Blut am Donnerstagnachmittag bei 96 bis 98 Prozent. Das ist ein wichtiger Wert bei Corona-Patienten, weil das Virus die Lunge angreifen kann. Trump war vergangene Woche zusätzlicher Sauerstoff verabreicht worden, nachdem der Sättigungswert unter 94 Prozent gefallen war.

Conley machte keine Angaben zu Trumps Temperatur. Zuletzt hatte es stets nur geheissen, dass Trump wieder fieberfrei sei - und Conley gibt nicht heraus, wie hoch das Fieber vergangene Woche in der Spitze war. Der Weisse Haus weigert sich auch zu sagen, wann Trump zuletzt einen negativen Corona-Test hatte. Der Leibarzt stellte sich seit Trumps Entlassung aus der Klinik nicht mehr Fragen von Journalisten. Auch von Trump sah man seit Montag nicht viel. Der Präsident veröffentlichte lediglich drei kurze Videos bei Twitter.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Oktober 2020 16:31
aktualisiert: 9. Oktober 2020 16:36