Afrika

UN: Hungerkrise in Westafrika verschlimmert durch steigende Ölpreise

14. April 2022, 18:54 Uhr
Die Hungerkrise in Westafrika könnte sich wegen der durch den Ukraine-Krieg steigenden Kosten für Öl und Nahrungsmittel weiter verschlimmern. Allein die Kosten für die Hilfsangebote des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) in Westafrika werden dieses Jahr um 128 Millionen Euro steigen, warnte die Organisation am Donnerstag. Mit dem sich ausbreitenden Konflikt in der Ukraine seien Häfen und Lieferanten nicht mehr zugänglich. Lieferungen aus dem Schwarzmeerraum verzögerten sich oder werden gestrichen, was die Arbeit des WFP in Westafrika beeinträchtige.
ARCHIV - Eine Frau steht neben einer Hütte in einer von den Vereinten Nationen unterstützten Siedlung. Das Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) warnt vor einer Verschlimmerung der Hungerkrise in Westafrika durch den Ukraine-Krieg. Foto: Giles Clarke/UNOCHA/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
© Keystone/UNOCHA/Giles Clarke

Durch Preissteigerungen entstandene zusätzliche Kosten hätten beispielsweise tägliche Schulmahlzeiten für sechs Millionen Schulkinder über ein halbes Jahr finanzieren können, so das WFP.

Westafrika steht kurz vor der schlimmsten Nahrungsmittelkrise seit zehn Jahren. Im Juni könnten in der Region nach Angaben von Hilfsorganisationen bald 43 Millionen Menschen hungern - ein Drittel mehr als im Vorjahr. Auch am Horn von Afrika bedroht die schlimmste Dürre seit 40 Jahren derzeit die Existenz von Millionen Menschen. In Teilen Somalias, Äthiopiens und Kenias sind mehr als 13 Millionen Menschen von akutem Hunger bedroht.

Hauptgründe für die Rückgänge in der Getreideproduktion auf dem Kontinent sind laut UN-Angaben Dürren, Überschwemmungen, Konflikte und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. April 2022 18:54
aktualisiert: 14. April 2022 18:54
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