Russland

US-Regierung prüft eventuelle Kampfjet-Lieferung an Ukraine

23. Juli 2022, 06:25 Uhr
Die US-Regierung prüft nach eigenen Angaben eine eventuelle Lieferung amerikanischer Kampfjets an die Ukraine.
John Kirby, Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, spricht während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Foto: Evan Vucci/AP/dpa
© Keystone/AP/Evan Vucci

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, betonte am Freitag, «dass es sich um Sondierungsüberlegungen handelt, die nicht in naher Zukunft umgesetzt werden können». Bei den vorläufigen Prüfungen des Pentagons gehe es nicht um Maschinen aus der Ex-Sowjetunion, sondern um solche amerikanischer Bauart.

Kirby verwies in einer Telefonschalte mit Reportern darauf, dass der Betrieb moderner Kampfflugzeuge «ein schwieriges Unterfangen» sei. Berücksichtigt werden müssten auch Faktoren wie die Ausbildung der Besatzungen, die Instandhaltung oder die Lieferung von Ersatzteilen - «eine ganze Versorgungskette» sei notwendig, um ein Flugzeug in der Luft zu halten. Er betonte, die USA würden die Ukraine im Kampf gegen die russischen Invasionstruppen so lange wie nötig unterstützen.

Neue Raketenlieferungen

Kirby verkündete am Freitag weitere US-Waffenlieferungen an die Ukraine mit einem Wert von rund 270 Millionen Dollar. Darin enthalten sind nach seinen Angaben vier Himars-Mehrfachraketenwerfer, deren Lieferung die US-Regierung bereits angekündigt hatte. Kirby sagte, das neue Paket umfasse unter anderem Raketen für die Himars-Systeme, 36 000 Artilleriegranaten, Fahrzeuge und bis zu 580 «Phoenix Ghost»-Drohnen. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden vor eineinhalb Jahren habe die US-Regierung der Ukraine Waffen, Munition und Ausrüstung im Wert von 8,2 Milliarden Dollar zugesagt.

Die USA sind der wichtigste Waffenlieferant für die Ukraine. Bislang haben sie nach US-Militärangaben neben zahlreichen anderen Waffensystemen bereits zwölf Himars-Systeme geliefert. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann vor rund fünf Monaten.

«Starke Moral der Ukrainer»

Ein hochrangiger Vertreter der US-Streitkräfte wies Angaben zurück, wonach Russland vier Himars-Systeme im Besitz der Ukraine zerstört habe. Das sei nach Rücksprache mit den Ukrainern nicht wahr. «Alle der Himars sind weiterhin wirklich ein Dorn in der russischen Seite.»

Eine hochrangige Pentagon-Mitarbeiterin sagte, die Ukrainer würden mit den Himars sehr präzise russische Stellungen beschiessen. «Und wir sehen, dass die Ukrainer eine starke Moral haben.» Dem gegenüber beschiesse Russland willkürlich Ziele, was zu Opfern unter Zivilisten führe. «Sie zahlen einen hohen Preis für jeden Zentimeter Territorium, den sie zu erobern oder zu halten versuchen. Und wir sehen eine sehr niedrige Moral bei den russischen Streitkräften.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Juli 2022 06:25
aktualisiert: 23. Juli 2022 06:25
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