Waldbrände: Bolsonaro bezichtigt NGOs

22. August 2019, 16:40 Uhr
Rauchschwaden verraten die Waldbrände im Amazonasgebiet auf dieser Satellitenaufnahme der Nasa.
Rauchschwaden verraten die Waldbrände im Amazonasgebiet auf dieser Satellitenaufnahme der Nasa.
© EPA NASA EARTH OBSERVATORY
In Brasilien wüten zurzeit heftige Waldbrände. Betroffen sind grosse Flächen des Waldes im Amazonas-Becken. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro beschuldigt nun Umweltschützer, für die verheerenden Feuer verantwortlich zu sein.

Bolsonaro glaubt, dass sie die Nichtregierungsorganisationen an ihm und der Regierung für gestrichenen Gelder rächen wollen

«Wir nehmen den Nichtregierungsorganisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld», sagt der  Präsident Brasiliens am Mittwoch. «Es kann also sein, dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden.» Beweise für seine Behauptungen legte er nicht vor.

«Absurd und unhaltbar»

Umweltschutzverbände weisen die Vorwürfe zurück. «Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich», sagte der Präsident des Instituts für Umweltschutz (Proam), Carlos Bocuhy, dem Nachrichtenportal G1. «Es hat keinen Sinn, zu behaupten, wir hätten das Feuer gelegt. Das ist absurd.»

Der Direktor von WWF in Brasilien bezeichnete Bolsonaros Äusserung als «komplett unhaltbar».

Diese Aufnahmen zeigen das Ausmass der Brände:

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Grosse Flächen der Wälder im Amazonas-Becken stehen derzeit in Brand. Seit Dienstag, 15. August sollen gemäss dem Brasilianischen Institut für Weltraumforschung (Inpe), dass die Brände mit Satelliten beobachtet, über 9'500 einzelne Waldbrände ausgebrochen sein.

Massiv mehr Feuer in Südamerika

Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im grössten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu, wie die Zeitung «Folha de S. Paulo» berichtete. Insgesamt wurden demnach 72'843 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brechen immer wieder Feuer aus.

In den betroffenen Gebiete herrscht derzeit grosse Trockenheit. Gemäss Inpe begünstigt das zwar die Waldbrände, wie ein Forscher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagt, dürfte die Brände aber von Menschen gelegt worden sein. Entgegen den Anschuldigungen von Präsident Bolsonaro vermutet der Forscher hinter den Bränden jedoch Landwirte, die zwecks Rodung Feuer gelegt hatten, welche schliesslich ausser Kontrolle geraten sein dürften.

Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 22. August 2019 02:29
aktualisiert: 22. August 2019 16:40