Ukraine-Krieg

Wird es ein langwieriger Krieg oder kommt die Wende im August?

14. Mai 2022, 06:42 Uhr
Der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine zieht sich bereits fast drei Monate. Darüber, wie lange der Krieg noch dauern könnte, sind sich Kiew und der ukrainische Militärgeheimdienst uneinig. Kiew prophezeit einen langwierigen Krieg, der Geheimdienst sieht eine Wende im August.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, nimmt an einer Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Trudeau nach ihrem Treffen teil. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa
© Keystone/AP/Efrem Lukatsky

Die ukrainische Führung sieht den Beginn der «dritten Phase» des russischen Angriffskriegs und eines damit verbundenen langwierigen Kampfes. «Phase eins» sei der Versuch gewesen, die Ukraine «in wenigen Tagen» zu überrollen, sagte Viktor Andrusyw, Berater im ukrainischen Innenministerium, in der Nacht zum Samstag im Fernsehen. In der zweiten Phase sollten wiederum die ukrainischen Streitkräfte in mehreren Kesseln eingekreist und zerschlagen werden. «Und auch das haben sie nicht geschafft.

In der neuen «dritten Phase» bereiteten die russischen Militärs die Verteidigung der bisher erreichten Geländegewinne vor. «Das zeigt, dass sie einen langen Krieg daraus machen wollen», sagte Andrusyw. Offenbar denke die russische Regierung, dass sie mit diesem Hinausziehen des Kriegs den Westen an den Verhandlungstisch und damit wiederum die Ukraine zum Einlenken zwingen könne.

Gleichzeitig sieht der Geheimdienst ein Ende des Krieges: In einer überaus optimistisch klingenden Prognose sieht der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes ein Ende des Kriegs mit einer russischen Niederlage bis Jahresende voraus. Spätestens Mitte August komme es zu einer Wende an den Fronten, sagte Generalmajor Kyrylo Budanow dem britischen Sender Sky News am Freitagabend. «Der Wendepunkt kommt in der zweiten Augusthälfte.» Bis zum Jahresende werde die Ukraine wieder die Kontrolle über alle ihre Gebiete zurückerlangen, auch über die Halbinsel Krim.

Der Geheimdienstler sprach den russischen Streitkräften die oft nachgesagte Stärke ab. «Das ist ein Mythos.» Sie seien nicht stark. «Es ist nur eine Horde von Menschen mit Waffen», sagte er über die russische Armee.

Budanow erwartete zudem grosse Änderungen im Kreml. Seiner Ansicht nach sei ein Putsch gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin bereits im Gang. «Sie bewegen sich darauf zu, nichts wird sie stoppen.» Zudem sei Putin schwer an Krebs erkrankt, behauptete er. Beweise für seine Behauptungen legte er jedoch nicht vor.

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. Mai 2022 07:17
aktualisiert: 14. Mai 2022 07:17
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