Brasilianische Justiz ordnet Inhaftierung von Temer an

9. Mai 2019, 05:51 Uhr
Der frühere brasilianische Präsident Michel Temer muss wegen seiner mutmasslichen Verwicklung in einen gigantischen Korruptionsskandal zurück ins Gefängnis. (Archivbild)
Der frühere brasilianische Präsident Michel Temer muss wegen seiner mutmasslichen Verwicklung in einen gigantischen Korruptionsskandal zurück ins Gefängnis. (Archivbild)
© KEYSTONE/EPA EFE/ANDRES CRISTALDO
Der frühere brasilianische Präsident Michel Temer muss zurück ins Gefängnis. Ein Berufungsgericht in Rio de Janeiro ordnete am Mittwoch (Ortszeit) die Inhaftierung des 78-Jährigen an.

Dieser Entscheid sei «unverzüglich rechtskräftig», sagte ein Gerichtsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Temer hatte bereits im März wegen seiner mutmasslichen Verwicklung in einen Korruptionsskandal mehrere Tage lang in Untersuchungshaft gesessen.

Er werde sich am Donnerstag freiwillig der Justiz stellen, kündigte Temer an. «Erstens ist die Entscheidung eines Gerichts zunächst einmal zu respektieren», sagte er am Mittwochabend (Ortszeit) vor seinem Haus in São Paulo. «Zweitens halte ist sie vom rechtlichen Standpunkt natürlich für falsch.» Er werde juristisch gegen die Entscheidung vorgehen.

Temer war im März im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre «Lava Jato» (Autowäsche) um den Staatskonzern Petrobras festgenommen worden, die bereits Temers Amtsvorgänger Luiz Inácio Lula da Silva ins Gefängnis gebracht hatte. Er sass mehrere Tage lang in Untersuchungshaft und kam dann auf Anordnung eines Richters in erster Instanz frei. Diesen Entscheid kippte nun das Berufungsgericht.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Temer, Kopf einer kriminellen Organisation zu sein, die in verschiedene Verbrechen wie Korruption, Geldwäsche und Betrug involviert sei. Unter anderem soll die Gruppe Schmiergelder im Zusammenhang mit dem Bau eines Atomkraftwerks ausgehandelt haben.

Temer, der das Präsidentenamt Ende 2018 nach zweieinhalb Jahren abgegeben hatte, war der unbeliebteste brasilianische Staatschef überhaupt. Schon während seiner Amtszeit waren Korruptionsvorwürfe gegen ihn laut geworden.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 9. Mai 2019 01:37
aktualisiert: 9. Mai 2019 05:51