«Jubiläum hat mich extrem befriedigt»

Laurien Gschwend, 15. Februar 2019, 13:15 Uhr
SGKB-Chef Roland Ledergerber ist zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2018.
© Tagblatt/Michel Canonica
Die St.Galler Kantonalbank blickt auf ein erfolgreiches 2018 zurück: Die Bank verdiente im letzten Jahr mehr und konnte neue Kunden gewinnen. CEO Roland Ledergerber im Interview.
Roland Ledergerber, das vergangene Jahr war wegen des 150-Jahr-Jubiläums ein besonderes für Sie. Was waren Ihre Highlights?

Hier möchte ich drei Punkte erwähnen. Erstens dürfen wir uns über einen guten finanziellen Abschluss freuen – wir konnten den Betriebsertrag um 3,9 Prozent und den Reingewinn um 1,7 Prozent steigern. Zweitens haben wir strategische und digitale Fortschritte gemacht. Wir haben unsere Kundenberatung ausgebaut und ein neues Niederlassungskonzept in Flawil erfolgreich eingeführt. Mein drittes Highlight ist natürlich das Jubiläum. Wie das abgelaufen ist, hat mich extrem befriedigt. Wir haben dazu aus der Bevölkerung viel positives Feedback erhalten.

Im Rahmen des Jubiläums haben Sie verschiedene Aktionen unterstützt. Welche bleibt Ihnen besonders in Erinnerung? 

Unsere Absicht war es, nicht uns selber zu feiern, sondern der Bevölkerung dafür zu danken, dass wir 150 Jahre gemeinsam wachsen konnten. Wir wollten das Jubiläum nicht auf einen einzelnen Tag legen, sondern während des ganzen Jahres in der ganzen Region etwas bewegen. Alle 38 Projekte, die wir unterstützt haben, bleiben in der einen oder anderen Form erhalten. Meine beiden Lieblingsprojekte sind der Baumwipfelpfad im Neckertal – der gefällt mir extrem gut – und «geheime Wünsche» für ältere Personen, die es nicht vermögen, sich diese selber zu erfüllen.

Sie wollen bei Ihren Kundinnen und Kunden künftig auf Selbstberatung und digitale Angebote setzen. Gleichzeitig stellen Sie über 30 neue Kundenberater ein. Passen die beiden Strategien zusammen? 

Wir sind überzeugt, dass der Kunde auch in Zukunft eine persönliche Beziehung zu einer Vertrauensperson in seiner Bank pflegen will. Diese Vertrauensperson berät bei anspruchsvollen finanziellen Entscheiden, beispielsweise, wenn es darum geht, die Pension zu planen und die Vorsorge zu regeln. Gleichzeitig wollen wir dem Kunden die digitalen Möglichkeiten von heute zur Verfügung stellen. Er soll Bankgeschäfte immer und überall – und so einfach wie möglich – abwickeln können. Diese zwei Dinge wollen wir kombinieren. Deshalb auch die Vision der hybriden Bank.

Vor allem ältere Menschen wollen nicht von einem «Roboter» beraten werden. 

Das finden wir natürlich super. Wir sind mit 38 Niederlassungen präsent, diese wollen wir behalten und intensiv darin investieren. Die Rede ist von acht bis zehn Millionen Franken pro Jahr. 2019 werden Neubauten in Goldach und Herisau eröffnet.

Sie lancieren eine neue App. Was kann diese? 

Wir haben zusammen mit unseren Kundinnen und Kunden das Tool «Wiitblick» entwickelt. Privatpersonen, Ehepaare zum Beispiel, können damit ihre finanzielle Zukunft planen. Wenn die Nutzer ein Haus kaufen, eine Familie gründen und eventuell das Arbeitspensum reduzieren möchten, können sie mit der App die Auswirkungen auf die finanzielle Situation abschätzen. Direkt von der App aus ist es zudem möglich, mit einem Kundenberater Kontakt aufzunehmen.

Was steht 2019 an?

Ein wichtiger Meilenstein für uns ist die Kapitalerhöhung, die wir bei der Generalversammlung im April beantragen werden. Wir wollen die Bank noch solider kapitalisieren.

Laurien Gschwend
veröffentlicht: 15. Februar 2019 12:00
aktualisiert: 15. Februar 2019 13:15