Ostschweizer Glace-Hersteller will 55 Stellen abbauen

25. September 2017, 14:56 Uhr
Die Nestlé-Tochter Froneri, die etwa die Extreme-Glacen herstellt, will in der Schweiz Stellen abbauen. (Archiv)
Die Nestlé-Tochter Froneri, die etwa die Extreme-Glacen herstellt, will in der Schweiz Stellen abbauen. (Archiv)
© KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Im Kanton St.Gallen sind 55 Stellen vom Abbau bedroht: Die Glace- und Tiefkühlprodukteherstellerin Froneri Switzerland will in den Fabriken in Goldach und Rorschach rund einen Sechstel ihrer Stellen sparen.

Ziel sei es, die Herstellungskosten zu verbessern, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den Produktionsstandort in der Schweiz nachhaltig zu sichern, teilte Froneri am Montag mit. Froneri Switzerland ist eine Tochter der Froneri-Gruppe, einem Gemeinschaftsunternehmen von Nestlé und R&R. «Damit wir den Standort in der Schweiz aufrecht erhalten können, sind wir zu diesem Schritt gezwungen», sagt Geschäftsführer Jouni Palokangas. Die Unia begrüsst den Entscheid nicht, freut sich aber über den Ton, der bei den Verhandlungen bislang angeschlagen wurde.

Ein Drittel der Fabrikarbeiter werden entlassen

Die 55 Stellen werden alle in der Fabrik von Froneri eingespart. Bislang arbeiteten dort rund 180 Personen. Ein Drittel der Mitarbeitenden wird eingespart, die Produktion von einigen Tiefkühl-Produkten wird gestoppt. In der Verwaltung, wo rund 120 Personen arbeiten, soll es keine Entlassungen geben.

Die Geschäftsleitung beginnt per sofort, mit den Mitarbeitenden Gespräche zu führen. «Wir hoffen, dass wir rund 20 Stellen durch Frühpensionierungen abbauen können», sagt Palokangas.

Betriebskommission ist informiert

Im Vorfeld seien die Betriebskommission und die Gewerkschaft über die Absicht informiert worden, schreibt Froneri. Die Geschäftsleitung arbeite nun aktiv mit der Betriebskommission zusammen, um über die nächsten Wochen im Dialog zu einer Entscheidung über die Umsetzungsmodalitäten zu kommen.

«Froneri Schweiz ist sich bewusst, dass für die Angestellten in Rorschach und Goldach nun eine Zeit der Unsicherheit beginnt», heisst es in einer Mitteilung. Deshalb werde das Unternehmen Massnahmen zur Unterstützung der Belegschaft treffen. In enger Zusammenarbeit mit den Angestellten wird Froneri Switzerland nach Lösungen für jeden Betroffenen suchen.

Unia ist bereits informiert

Bei der Unia ist man enttäuscht über die Entscheidung der Froneri Gruppe. «Allerdings kam der Entscheid nicht von der hiesigen Geschäftsleitung sondern von weiter oben», sagt Anke Gähme, Regioleiterin der Unia Ostschweiz und Graubünden. Man ist bereits mit den Verantwortlichen an einen Tisch gesessen. «Vom Thema war das Gespräch natürlich nicht erfreulich, aber der Ton war konstruktiv, offen und fair», so Gähme.

In den nächsten Wochen wird man gemeinsam mit den anderen Partnern und der Betriebskommission einen Plan für die Entlassungen ausarbeiten. «Ziel der Unia ist es natürlich, Entlassung wo immer möglich zu verhindern oder so sozial als möglich zu gestalten», so Gähme.

Zweiter Abbau bei Nestlé in kurzer Zeit

Ende August hatte bereits die Nestlé-Tochter Nestlé Skin Health einen Abbau in der Schweiz bekannt gegeben. Die Produktion im solothurnischen Egerkingen soll geschlossen und ins Ausland verlagert werden. 190 Mitarbeitern der einstigen Spirig-Fabrik droht die Kündigung.

Immer wieder ein Schlag für die Ostschweiz

Für den Wirtschafts- und Industriestandort Ostschweiz seien die Entlassung ein schwerer Schlag - nicht der erste in der letzten Zeit. «Solche Schläge kommen in den letzten Jahren immer öfter vor. Jeder Arbeitsplatz, der hier in der Ostschweiz verloren geht, kommt nicht mehr zurück», sagt Anke Gähme. Daher sei es für die Unia wichtig, um jeden Arbeitsplatz zu ringen.

Quelle: red/enf/SDA
veröffentlicht: 25. September 2017 12:29
aktualisiert: 25. September 2017 14:56