16-Jähriger Lehrling legte den Landi-Brand

Fabienne Engbers, 21. Dezember 2017, 15:22 Uhr
Der Brand, der am Donnerstag vor einer Woche in der Landi Thusis ausgebrochen ist und den gesamten Laden zerstörte, wurde absichtlich gelegt. Ein Lehrling hat das Feuer entfacht. Warum der Jugendliche den Brand gelegt hat, ist noch unklar. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund acht Millionen Franken.

«Wir hatten Hinweise darauf, dass es sich um Brandstiftung handelte und das Feuer von einer bestimmten Person gelegt worden sei», sagt Maurus Eckert, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Graubünden. So sei man auf den mutmasslichen Tätern gekommen. Vor zwei Tagen wurde der 16-Jährige, der seit dem Sommer in der Landi Thusis eine Lehre absolvierte, festgenommen. Der Jugendliche ist geständig.

«Der mutmassliche Täter hat einen Behälter aus einem Gestell genommen. In diesem hatte es brennbare Flüssigkeit, die er auf dem Boden ausgeleert hat. Anschliessend hat er die Flüssigkeit mit einem Feuerzeug angezündet», sagt Eckert. Beim Brand entstand ein Sachschaden von rund acht Millionen Franken, wie erste Schätzungen laut der Kantonspolizei Graubünden ergaben.

Jugendlicher in Gewahrsam

Was den Lehrling dazu veranlasst hat, ist noch ungeklärt, sei aber Teil der weiteren Ermittlungen, sagt Eckert. «Der Jugendliche ist vorsorglich in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht worden», sagt er. Ein Strafverfahren nach Jugendstrafrecht wegen Brandstiftung wurde gegen den 16-Jährigen eröffnet.

Die persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen würden abgeklärt, um die möglichen Massnahmen und Strafen abzuklären. Eckert: «Gegebenenfalls wird auch ein psychiatrische Gutachten erstellt werden müssen.» Als Strafe fallen bei dem Jugendlichen ambulante oder stationäre Massnahmen oder Strafen wie Arbeitsleistung, Busse oder Freiheitsentzug bis zu vier Jahren in Betracht.

Gesamte Landi abgebrannt

Bei dem Brand letzten Donnerstag wurde komplette 1600 Quadratmeter grosse Landi in Thusis zerstört. Dazu gehörten nebst dem Verkaufsgebäude der Landi auch ein Lagerschuppen und ein Tankstellenshop. Die Zapfsäulen der Tankstelle blieben vom Brand verschont.

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Zwei Menschen wurden mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Spital gebracht. Sie konnten dieses aber bereits am Abend nach dem Brand wieder verlassen. Im Einsatz standen 150 Leute von den Feuerwehren Thusis, Cazis, Heinzenberg und Chur. Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht lang an. Am nächsten Tag war die abgebrannte Landi ein Trümmerhaufen, wie unser Reporter vor Ort feststellte.

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Fabienne Engbers
Quelle: red
veröffentlicht: 21. Dezember 2017 14:17
aktualisiert: 21. Dezember 2017 15:22