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«An dieser Stelle braucht es keine Schranken»

Sandro Zulian, 17. Mai 2017, 08:15 Uhr
Am Montagabend erschüttert ein Mofa-Unfall das Appenzellerland. Dass der kleine Bub mit dem Töffli gar nicht fahren durfte, ist mittlerweile fast nebensächlich. Diskussionspunkt ist nun die Sicherheit der Bahnübergänge. Die Appenzeller Bahnen erklären sich.

Der zehnjährige Töfflifahrer erlitt bei dem Unfall am Montagabend bei der «Schopfhalde» auf der Strecke zwischen Gonten und Appenzell schwere Kopfverletzungen. «Er ist immer noch in kritischem Zustand und befindet sich in intensiver notärztlicher Behandlung», sagt Roland Koster, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden, am Dienstagmorgen.

Der siebenjährige Bruder wurde beim Unfall rund hundert Meter in einem Anhänger vor dem Zug hergeschoben. Dank riesigem Glück wurde er nur leicht verletzt. «Er hat zurzeit noch sehr starke Kopfschmerzen und er hat natürlich einen Schock erlitten», sagt Koster.

Vierter Unfall in drei Wochen

Grosse Fragen wirft nun aber die Sicherheit der Bahnübergange auf. Diese sind ein altbekanntes Thema auf dem Netz der Appenzeller Bahnen. Der Unfall mit den beiden Buben ist bereits der vierte an unbeschrankten Bahnübergängen in den letzten drei Wochen. Und: Der Bahnübergang auf der «Schopfhalde» wurde das letzte Mal vor fünf Jahren durch die Appenzeller Bahnen überprüft.

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Zwei Hauptkriterien

«Die Signalisierung der Bahnübergänge legen wir mittels zwei Hauptkriterien fest», sagt Alexander Liniger, Mediensprecher der Appenzeller Bahnen. Ein Kriterium sei die Anzahl Menschen, die den Bahnübergang überqueren. «Das zweite ist die Sichtweite in beide Richtungen.» Anhand dieser Kennzahlen entscheide man, welche Massnahmen nötig sind. «Seien es Blinklichtanlagen oder Schranken.» Weil die «Schopfhalde» eine übersichtliche und ruhige Stelle sei, brauche es daher keine Schranken.

Sandro Zulian
Quelle: red.
veröffentlicht: 16. Mai 2017 19:11
aktualisiert: 17. Mai 2017 08:15