Anzeige

Gmünden: Sanierung statt Schliessung

Laurien Gschwend, 1. Mai 2019, 14:58 Uhr
Die Strafanstalt Gmünden in Niederteufen soll nicht geschlossen, sondern saniert werden. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden und der Bund sollen rund 22 Millionen Franken investieren.

Die Schliessung der Strafanstalt Gmünden ist vom Tisch: Dies teilt die Ausserrhoder Kantonskanzlei am Mittwoch mit. Der Regierungsrat habe den Grundsatzentscheid gefällt, dass er die Strafanstalt Gmünden sanieren und künftig in ähnlicher Grösse wie heute weiterführen wolle. Heute bietet das in die Jahre gekommene Gefängnis 58 Plätze.

Hälfte des Personals ist weg

Noch im Dezember hiess es, die Zukunft der Strafanstalt in Niederteufen sei ungewiss (FM1Today berichtete). Landammann Paul Signer sagte damals, dass die Infrastruktur «erhebliche Mängel» aufweise und die Schliessung des Gefängnisses «nicht auszuschliessen» sei. Der Strafvollzug sei anspruchsvoller geworden, weshalb über die Hälfte des Personals gekündigt habe.

Renovation und Neubau

Zu einem weiteren Stellenabbau kommt es nicht. Die Regierung will nach den Sanierungsarbeiten gar weiteres Personal einstellen. Für rund 22 Millionen Franken – wovon 15 Millionen der Kanton und 7 Millionen der Bund tragen – sollen Teile der bestehenden Gebäude umgebaut und saniert werden. Auch ein Neubau ist geplant. Das heutige Werkstattgebäude und ein weiteres Haus müssten weichen.

Auch in saniertem Zustand soll die Strafanstalt Gmünden eine offene Anstalt bleiben. Hier werden Freiheitsstrafen für Verurteilte vollzogen, die als nicht fluchtgefährdet und gemeingefährlich gelten. Ursprünglich wurde die Zwangsanstalt in Gmünden im Jahr 1884 für «liederliche und arbeitsscheue Männer» eröffnet. Die Strafanstalt Gmünden ist Teil des Ostschweizer Konkordats.

Baustart in vier Jahren

Der Regierungsrat schätzt, dass mit den Bauarbeiten in etwa vier Jahren begonnen werden könnte. Während der Bauphase soll der Gefängnisbetrieb aufrecht erhalten werden. Für das Projekt wird nun ein detaillierter Plan entworfen, der die finanziellen Aufwände, aber auch das planerische und politische Vorgehen samt Volksabstimmung umfasst.

Laurien Gschwend
Quelle: pd/red.
veröffentlicht: 1. Mai 2019 14:58
aktualisiert: 1. Mai 2019 14:58