Appenzell

Nach Grossbrand in Familienbetrieb: «Ich bin fassungslos»

Noémie Bont, 5. März 2020, 20:23 Uhr
Nachdem in Appenzell der Dachdecker-Familienbetrieb Signer niedergebrannt ist, ist die Betroffenheit gross. Viele Anwohner haben den Grossbrand an der Industriestrasse in der Nacht auf Donnerstag miterlebt.

Während der Löscharbeiten zieht es immer wieder Personen zur Brandstelle. Der Anblick nach dem Grossbrand schockiert sie. Wo einst das bekannte Gebäude der Traditionsfirma Signer stand – darin ihre Werkstatt, die Wohnung der Besitzer und ein Fitnesszentrum – ist jetzt nur noch ein geschwärzter Blechhaufen zu sehen. «Wir sind froh, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind», hört man viele sagen. Auf der Industriestrasse befinden sich zahlreiche Wohnungen. 

Hier der TVO-Bericht vom Donnerstagabend:

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Quelle: TVO

«Ich habe drei Knalle gehört»

Nicht weit von der Brandstelle entfernt liegt das Asylheim Appenzell. Von da aus hat der Bewohner Esmail Mustafa den Brand als einer der ersten gesehen. «Ich bin um drei Uhr morgens aufgewacht, weil ich drei sehr laute Knalle gehört habe, ich bin sehr erschrocken. Dann habe ich meterhohe Flammen gesehen und wollte helfen gehen. Das Gelände war aber bereits abgeriegelt», sagt er vor Ort gegenüber FM1Today. Er hat danach dieses Video aufgenommen: 

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Quelle: Leserreporter FM1Today

Neben Esmail Mustafa sind viele andere Personen in der Nacht wegen der Flammen aufgewacht. Bei der Polizei gingen etliche Anrufe ein, von Dorfbewohnern, die sich sorgten.

Einige Meter neben den Flammen aufgewacht

Glück im Unglück hatte aber vor allem ein junger Mann, der im Nebengebäude, nur wenige Meter neben dem Grossbrand, schlief. Er wohnt im obersten Stock des Nachbargebäudes, im Bauunternehmen Koch. Sein Vater Urs Koch, Mitinhaber der Firma Koch, sagt gegenüber FM1Today, dass sein Sohn als erster die Polizei alarmiert habe. «Er konnte sich glücklicherweise rechtzeitig retten.»

Koch AG ebenfalls stark beschädigt

Weiter sagt Koch: «Ich bin fassungslos. Dieses Ereignis beweist einmal mehr, dass man machtlos gegenüber Feuer und Wasser ist.» Seine Baufirma ist durch den Brand ebenfalls beschädigt worden. «Die Administration ist stillgelegt. Wir haben mehrere Wasserschäden.» Eine Hausseite ist niedergebrannt. «Das Büro muss jetzt für längere Zeit in Container verlagert werden.» 

Der Sachschaden des Grossbrandes in der Traditionsfirma Signer beträgt mehrere hunderttausend Franken, wie Roland Koster, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden, sagt. Die Brandursache ist weiterhin unklar. Eine Anwohnerin vermutet, dass sich in dem Firmengebäude Gasflaschen befanden, «deshalb die Knalle».

Besitzer zum Brandzeitpunkt in Flugzeug 

Wie FM1Today vor Ort erfährt, befanden sich die beiden Seniorenbesitzer der Dachdeckerfirma Signer zum Zeitpunkt des Brandes gerade auf einem Langstreckenflug. Die beiden Söhne – das Geschäft wäre in diesen Tagen auf sie übertragen worden – werden nun in Appenzell von einem Care Team betreut.

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Quelle: FM1Today

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. März 2020 16:40
aktualisiert: 5. März 2020 20:23