«Pfefferbeere» übernimmt den Äscher

10.12.2018, 14:14 Uhr
· Online seit 10.12.2018, 09:26 Uhr
Nach monatelanger Suche und Spekulation gab die Stiftung Wildkirchli am Montagvormittag in Wasserauen bekannt, wer die Nachfolge des langjährigen Wirtepaars Knechtle im Gasthaus Äscher antritt: Es ist der Appenzeller Gastronom Gallus Knechtle mit seiner Firma «Pfefferbeere».
Laurien Gschwend
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Über drei Jahrzehnte hat die Familie Knechtle im Äscher gewirtet – ab der kommenden Saison übernimmt erneut ein «Knechtle», jedoch kein Verwandter, beim «schönsten Ort der Welt» das Zepter. Gallus Knechtles Firma «Pfefferbeere» ist die neue Pächterin, wie die Stiftung Wildkirchli am Montagvormittag an einer Medienkonferenz bekanntgab.

Viel wurde vermutet und gemunkelt, jetzt dürfen wir es mit der ganzen Welt teilen:Pfefferbeere übernimmt die Pacht des...

Gepostet von Pfefferbeere am Montag, 10. Dezember 2018

Pächter muss mit Umfeld klarkommen

Der Stiftungsrat hat ein Team gesucht, das bereits Erfahrung in der Gastronomie hat und mit einer grossen Anzahl Gäste klarkommt. Auch das Verhältnis zum Umfeld im Alpstein – darunter die Ebenalp-Bahn und andere Wirte – soll stimmen. Zudem müsse der neue Pächter jemand sein, der mit den einfachen Verhältnissen, etwa mit der Beschaffung der Lebensmittel mit der Seilbahn, auskomme.

Koch beim Clanx-Festival

Knechtle scheint all diese Voraussetzungen mitzubringen. Der 34-Jährige aus Stein AR hat unter anderem das Appenzeller Musikfestival Clanx mitbegründet und dieses wegen seiner besonderen Küche geprägt. Mit dem im Januar 2018 gegründeten Unternehmen «Pfefferbeere» organisiert er Events wie die «Heldentafel» und hat eine alte Lokomotive am Bahnhof von Wasserauen zu einem Bistro umfunktioniert. Als Mitinhaberin von «Pfefferbeere» wurde Melanie Gmünder vorgestellt. Im Äscher zu arbeiten, sei «eine riesige Freude», sagte die Innerrhoderin.

Knechtle will das Altbewährte im Berggasthaus beibehalten, aber auch Neues wagen. «Wir haben grossen Respekt vor der Übernahme und sind uns der Verantwortung bewusst», sagt der Steiner.

Verschiedene Umbauten geplant

Die Wildkirchli-Stiftung erläuterte am Montag ausserdem, wie die Infrastruktur den Bedürfnissen der neuen Pächter sowie der Gäste angepasst werden soll. So wird der WC-Trakt in ein Kühllager umgewandelt, die Toiletten werden in Richtung Westen verschoben. Wer sein Geschäft erledigen will, muss das Restaurant künftig verlassen. Auch sonst stehen verschiedene Um- und Ausbauarbeiten an – unter anderem wird der Boden neu gemacht und komplette Gebäudeteile erneuert. An der frontalen Fassade ändert sich jedoch nichts. Selfies vor dem beliebten Social-Media-Sujet sind also auch ab der nächsten Wandersaison noch möglich.

Opfer des eigenen Erfolges

Nachdem der Äscher Ende 2015 das Titelbild von «National Geographic» zierte, wurde das Berggasthaus unterhalb der Ebenalp zu einem noch beliebteren Ausflugsziel für Touristen. Wegen des Ansturms kann seit einem Jahr nicht mehr im Äscher übernachtet werden.

Mit der wachsenden Gästeanzahl und der nicht mehr genügenden Infrastruktur begründete das Ehepaar Nicole und Bernhard Knechtle-Fritsche im August seine Kündigung – eine Meldung, die mitten in der Hochsaison hohe Wellen schlug. Laut Stefan Müller, dem Präsidenten der Stiftung Wildkirchli, wären die Sanierungsarbeiten jedoch auch ohne Wirtewechsel erfolgt. Die Planungsphase dauere schon drei Jahre.

(lag)

Hier gibt's die Medienkonferenz zum Nachlesen:

veröffentlicht: 10. Dezember 2018 09:26
aktualisiert: 10. Dezember 2018 14:14

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