Schönheitsbehandlung

Die Ostschweiz spritzt sich fleissig Botox

Linda Aeschlimann, 10. Dezember 2020, 17:00 Uhr
Botox-Behandlungen haben seit dem Lockdown zugenommen.
© istock/SrdjanPav
Egal ob jung oder alt, Mann oder Frau: Immer mehr Ostschweizerinnen und Ostschweizer wünschen sich seit dem Corona-Lockdown im Frühling ein junges Aussehen. Botox ist so beliebt wie selten zuvor. Dies hat verschiedene Gründe.

«Jede Falte erzählt eine Geschichte.» Von wegen! Glatt, straff und jung soll unsere Gesichtshaut aussehen. Zumindest wenn man nach dem Trend geht. Immer mehr Ostschweizerinnen und Ostschweizer suchen den «Beauty-Doc» auf.

Fast doppelt so viele Botox-Behandlungen

«Seit dem Lockdown ist Nachfrage eines Botox-Eingriffes deutlich gestiegen», sagt die ästhetische Dermatologin Brigitte Bollinger. Sie arbeitet im medizinischen Zentrum in Bad Ragaz. «Pro Tag spritze ich im Schnitt zwei bis drei Personen Botox.»

Konkrete Zahlen nennt auch der St.Galler Spezialist Dominik W. Schmid: «Seit Frühling haben bei mir die Botox-Eingriffe um 30 bis 50 Prozent zugenommen.» Und eine gestiegene Nachfrage nach Schönheitseingriffen bestätigte schon im Sommer der bekannte Schönheitschirurg Werner Mang gegenüber FM1Today .

Botox als Gönnung in der Krise

Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig. Brigitte Bollinger erklärt sich den Boom unter anderem mit der vermehrten Zeit zu Hause: «Die Leute schauen mehr in den Spiegel, da sie mehr zuhause sind und entdecken so öfters mal eine Falte. Dazu kommt, dass im Moment ein Eingriff unauffälliger ist.» Die Leuten könnten sich hinter einer Schutzmaske «verstecken».

Eine weitere Vermutung, hat der plastische Chirurg Dominik W. Schmid: «Die Leute wollen sich gut fühlen in der Krise und gönnen sich etwas.» Sie wären vielleicht in diesem Jahr nicht in die Ferien gegangen, gönnten sich dafür einen Schönheitseingriff.

Natürlichkeit soll bestehen bleiben

Auffällig ist, gemäss den Ostschweizer Spezialisten, dass sich die Kundinnen und Kunden ein natürliches Aussehen wünschen. Bollinger fällt aber ein Unterschied auf: «Frauen wollen sich häufiger natürlich aufspritzen, sprich nur gewisse Falten glätten.» Die Männer hingegen würden tendenziell eher mal die Vollversion anvisieren.

Die Ärztin spritzt jedoch nicht allen potenziellen Kunden Botox. Besonders junge Menschen versuche sie zuerst in einem Beratungsgespräch aufzuklären. «Ein gesunder Lebensstil, die Ernährung, Bewegung und reichlich Wasser können teilweise Wunder bewirken. Das versuche ich, Kundinnen und Kunden zu vermitteln.»

Fatale Folgen bei «Billig-Anbietern»

Weiter warnen die Spezialisten vor günstigen Angeboten. «Ich empfehle, bei Botox einen spezialisierten und erfahrenen Arzt aufzusuchen und nicht irgend ein Mittel bei der Kosmetikerin spritzen zu lassen», sagt Brigitte Bollinger. Weiter sei auch bei günstigen Anbietern Vorsicht geboten. Ein gutes Mittel mache den Preis.

«Aus dem Ausland werden teilweise günstige Mittel und Fälschungen bestellt. Diese enthalten oft Inhaltsstoffe, welche Reaktionen und Schwellungen auslösen können», sagt Dominik W. Schmid. Er hätte leider auch immer häufiger Leute, die nach einem Eingriff im Kosmetikstudio entstellt aussehen würden. «Wir müssen regelmässig externe Fehleingriffe korrigieren.»

Ein seriöser Preis beginnt laut Brigitte Bollinger bei zirka 580 Franken. Dies für einen Eingriff mit kleiner Botox-Dosierung, umgangssprachlich auch Baby-Botox oder Auffüllung genannt. Auch der plastische Chirurg Schmid warnt vor Eingriffen unter 400 Franken und empfiehlt allen: «Achten Sie nebst dem Preis auch auf eine seriöse Beratung!»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. Dezember 2020 07:09
aktualisiert: 10. Dezember 2020 17:00