Lawinen

Oben ist der Schnee gefährlich - unten die Steine

Linda Aeschlimann, 15. November 2019, 14:17 Uhr
In den Bergen steigt wegen dem vielen Neuschnee die Lawinengefahr.
© Keystone
Die ersten Skipisten im FM1-Land sind offen. Der Neuschnee in der Höhe lockt die Wintersportler nicht nur auf die Pisten, sondern auch abseits. Das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut in Davos warnt vor verschiedenen Gefahren.

Die aktuelle Wetter – respektive Schneesituation ist verlockend. Es ist Mitte November und es hat schon Schnee bis in die mittleren Lagen und oberhalb von 2500 Meter über Meer beträgt die Schneehöhe bereits über einen halben Meter.

Doch genau jetzt müssen die Wintersport-Fans vorsichtig sein.

Steine und Bäume: Verletzungsfalle

Letzte Nacht hat der Sturm den lockeren Neuschnee in den Bergen verfrachtet. «In der Höhe hat es nun eine geschichtete Schneedecke und das heisst, dort kann man schon eine Lawine auslösen», sagt Christine Pielmeier, Lawinenwarnerin am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos. In den südlichen Alpen ist die Lawinengefahr aktuell erheblich (Stufe 3). In den nördlichen Gebieten mässig (Stufe 2).

Christine Pielmeier ist Lawinenwarnerin am Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos.

© zVg

Die Expertin warnt nicht nur vor Lawinen. Unterhalb von 2500 Metern liegt noch nicht besonders viel Schnee. Dort bergen sich andere Gefahren, sagt Christine Pielmeier: «Teilweise sieht man noch Steine und umgefallene Bäume unter dem Schnee, aber an manchen Stellen auch nicht mehr. Die Gefahr besteht, dass man an einem Stein oder Baumstamm hängen bleibt.»

Notfallausrüstung: ein Muss

Da am Wochenende nicht mehr besonders viel Neuschnee hinzukommt, bleibt diese Gefahr weiter bestehen. Auch die Lawinengefahr in der Höhe nimmt nur langsam ab, da es weiter kalt ist. Deshalb rät die Lawinenexpertin: «Wer am Wochenende abseits der Pisten fährt, soll unbedingt die Notfallausrüstung mitnehmen.»

Eine Lawinen-Notfallausrüstung besteht aus dem Verschütteten-Suchgerät, einer Schaufel und einer Lawinensonde. Dazu rät Christine Pielmeier den Tiefschneefahrerinnen und –Fahrern zum Start in die neue Wintersaison eine Such-Übung im Schnee, der ja schon fast überall vorhanden ist.

Tiefschnee: Der Trend hält an

Weiter gehört das Informieren über die aktuelle Lawinensituation zum Fahren abseits der Pisten dazu. Hier stellt die Pielmeier fest: «Wir merken, dass die Leute nicht nur besser ausgerüstet sind, sondern sich auch vermehrt informieren und dass auch in den Skigebieten die Infos zur Lawinengefahr zur Verfügung stehen.»

Tiefschneefahren ist ein Trend. Der ist gemäss Christine Pielmeier aber nicht neu. «Seit weit über zehn Jahren schon, wird das Skifahren abseits der Pisten immer populärer.»

(lae)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. November 2019 12:01
aktualisiert: 15. November 2019 14:17