«Hoffen, das Stimmvolk steht hinter uns»

Vanessa Kobelt, 3. November 2017, 05:42 Uhr
Die Pizolbahnen hoffen auch Rückendeckung von der Bevölkerung im Sarganserland.
Die Pizolbahnen hoffen auch Rückendeckung von der Bevölkerung im Sarganserland.
© zVg
Kanton und Gemeinden wollen dem Skigebiet Pizol finanziell helfen. Nun hoffen die Pizolbahnen auf Rückendeckung in der Bevölkerung.

Der Hilferuf der Pizolbahnen wurde erhört. Wenn für sie alles gut läuft, unterstützen der Kanton St.Gallen und mehrere Gemeinden das Skigebiet mit einem Betrag von rund vier Millionen Franken – verteilt über sechs Jahre. «Mir geht es sehr gut und ich bin dankbar für diese Neuigkeiten» sagt Markus Oppliger, Verwaltungsratspräsident von den Pizolbahnen AG.

Rückhalt in der Bevölkerung

Die Gemeinden Bad Ragaz, Vilters-Wang, Pfäfers, Mels, Sargans und Wartau beteiligen sich mit einem jährlichen Gesamtbetrag von 540'000 Franken. Zuerst muss aber das Volk im Frühling den Kredit genehmigen. Dieser Abstimmung schaut Markus Oppliger zuversichtlich entgegen. «Für die Einheimischen wäre es schlimm, wenn sie plötzlich in einem anderen Gebiet Skifahren oder wandern müssten. Ich denke schon, dass sie hinter uns stehen.»

Appell ans Sarganserland

Trotzdem kann Markus Oppliger auch eine gewisse Ungeduld nachvollziehen. Vor allem, weil die Pizolbahnen schon öfters ein Rettungsanker brauchten. «Die regionale Bevölkerung hat uns schon mehr als einmal Geld zugesprochen. Ich habe Verständnis, wenn einige finden, dass es langsam reicht.» Markus Oppliger hofft aber sehr, dass die Bevölkerung den Budgets zustimmt – und zwar in allen Gemeinden. «Wenn nur eine nicht mitmacht, dann fällt das Konstrukt zusammen». Dies sei eine klare Ansage von Kanton und Gemeinden.

Suche nach Lösungen

Laut Markus Oppliger hat man den Grundstein für die aktuelle Situation schon vor 10 Jahren gelegt. «Damals entschied man sich für die jetzige Struktur, und genau diese verursacht Kosten, die wir nicht wegbringen. Wir brauchen mehr Geld, als wir einnehmen», sagt er.

Der Kanton verlangt von den Pizolbahnen deshalb eine neue Geschäftsstrategie. Wie diese aussieht, weiss Markus Oppliger noch nicht. «Wir haben jetzt ein Zeitfenster, in dem wir eine Lösung suchen, wie wir langfristig ohne Unterstützung auskommen. Wenn ich diese Lösung jetzt schon hätte, wäre ich der glücklichste Mensch im Sarganserland.»

Über vier Millionen Franken von Kanton und Gemeinden

Der Kanton St.Gallen und die Gemeinden Bad Ragaz, Vilters-Wangs, Mels, Sargans, Wartau und Pfäfers gaben gestern Donnerstag bekannt, dass sie die Bergbahnen mit über vier Millionen Franken unterstützen wollen. 900'000 Franken kommen vom Kanton. «Würden die Pizolbahnen Konkurs gehen, wäre das für den Tourismus und das Sarganserland fatal», sagte Bruno Damann, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements. Voraussetzung ist, dass sich auch die Gemeinden beteiligen. Dazu braucht es im nächsten Frühling grünes Licht des Stimmvolkes.

(kov)


Vanessa Kobelt
veröffentlicht: 3. November 2017 05:42
aktualisiert: 3. November 2017 05:42