Wegen Föhnsturm

Entwarnung auf der Autobahn nach umgekippten Anhängern

20. Dezember 2019, 19:17 Uhr
Wegen des Föhnsturms sind auf den Autobahnen A1 und A3 am Freitag fünf Anhänger während der Fahrt umgekippt. Das Tempo wurde tagsüber auf 60 Stundenkilometer begrenzt. Am Abend gibt die Polizei Entwarnung.

Sechs Anhänger sind am Freitagmorgen und -mittag während der Fahrt auf der Autobahn oder einer Nebenstrasse im Kanton St. Gallen umgekippt und mussten mit Abschleppwagen von der Strasse weggebracht werden. Verletzt wurde dabei niemand. Das teilt die Kantonspolizei mit. Grund sind starke Windböen.

Vorsicht vor herumfliegenden Teilen

Die starken Windböen führten nebst den Unfällen auch dazu, dass herumfliegende Teile auf die Autobahnen geweht wurden.

Ausserdem war die Strasse zwischen Appenzell und Eichberg wegen Sturmschäden am Nachmittag gesperrt.

Stark war der Wind auch in den Bergen. In den Flumserbergen hätte am Freitag eigentlich die Einweihung der neuen Gondelbahn stattfinden sollen, diese wurden wegen des Sturms aber abgesagt.

Sechs Anhänger am Freitagmorgen gekippt

Fünf von sechs verunfallten Anhänger kippten auf der Autobahn: vier auf der A1 zwischen St.Gallen und Rheineck, einer auf der A3 bei Flums. Ein Anhänger wurde auf einer Hauptstrasse in Thal vom Wind erfasst.

Die Polizei hat die Geschwindigkeit auf den Streckenabschnitt zwischen St.Gallen und Rheineck sowie auf der A3 von Schänis bis Sargans während des Tages auf 60 Kilometer pro Stunde angepasst.

Öl und Diesel auf A3 ausgelaufen

Trotzdem erwischte es am Freitagmittag wieder einen Anhänger. Dieses Mal hatte der Fahrer ein landwirtschaftliches Fahrzeug geladen.

Durch das Kippen des Anhängers und damit auch des Gefährts lief Öl und Diesel auf der A3, kurz vor der Ausfahrt Flums, aus. Die Feuerwehr wurde deshalb aufgeboten.

Der Normalstreifen wurde in der Folge gesperrt, nur die Überholspur konnte befahren werden. Es staute bis zu einer Stunde.

Entwarnung am Freitagabend

Am Freitagabend gab die Kantonspolizei St.Gallen wieder Entwarnung, auf den Autobahnen kann wieder in normalem Tempo gefahren werden.

Freitagnacht soll es nicht mehr stark winden, dafür folgen starke Niederschläge, im Flachland in Form von Regen, da es immer noch warm ist. Auch am Samstag und Sonntag soll es in der ganzen Ostschweiz und im Kanton Graubünden regnen.

Spitzengeschwindigkeiten erreichte der Wind in Uri

Auf dem Gütsch oberhalb von Andermatt UR erreichte eine Orkanböe 192 Kilometer pro Stunde (km/h). Auch die Temperaturen kratzten in den Föhngebieten wieder an der 20 Grad-Marke.

Der Föhn wütete auch auf dem Titlis (150 km/h), dem Moléson (148 km/h) und dem Jungfraujoch (146 km/h) heftig, wie SRF Meteo mitteilte. Die stärkste Orkanböe im Flachland wurde in Gersau SZ mit 127 km/h gemessen. Als Orkanwerte gelten Windgeschwindigkeiten von über 117 km/h.

In Bischofszell stieg die Temperatur von Minus 1 auf 19 Grad

Mit dem Föhn wurde es auch wieder sehr warm. In Giswil OW am Sarnersee stieg das Quecksilber auf 19,7 Grad. Damit wurde der Spitzenwert vom Vortag von 20,4 Grad knapp verfehlt. Sonst herrschten in den Föhngebieten allgemein Temperaturen zwischen 17 und 19 Grad.

Aussergewöhnlich präsentierte sich die Lage in Bischofszell TG. Am Freitagmorgen erwachten die Menschen bei minus 1,1 Grad. Am Mittag erreichte der Föhn die Gegend und trieb die Temperaturen innerhalb einer Stunde um 14 Grad nach oben. Am frühen Nachmittag war es in Bischofszell 19 Grad warm.

(SDA/red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Dezember 2019 11:49
aktualisiert: 20. Dezember 2019 19:17