Energiekrise

Extreme Strompreiserhöhung – für eine Gemeinde im FM1-Land wird es besonders teuer

6. September 2022, 20:24 Uhr
Die Strompreise sollen in den kommenden Monaten steigen. Die Preise sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Besonders teuer wird es im FM1-Land für Gaiserwald.

Quelle: TVO

Rund 27 Rappen pro Kilowattstunde soll ein durchschnittlicher Haushalt im kommenden Jahr für Strom bezahlen – also neu 1215 Franken pro Jahr. Das sind 261 Franken mehr als im Vorjahr. Die höchsten Strompreise schweizweit muss mitunter die Gemeinde Gaiserwald erwarten.

Preis steigt bis zu 200 Prozent

Für die Bürgerinnen und Bürger richtete die Eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom online einen Strompreisvergleich ein, der Kantone, Gemeinden und Stromanbieter berücksichtigt. Gemäss dieser Plattform wird in Gaiserwald zusammen mit der aargauischen Gemeinde Oberlunkhofen der Preis auf knapp 60 Rappen pro Kilowattstunde ansteigen. Das sind bis zu 200 Prozent mehr als bisher. Im Vergleich: In der günstigsten Gemeinde der Schweiz werden es nicht einmal 10 Rappen mehr als bisher sein.

Gemeindepräsident ist besorgt

«Dass der Strom bei uns so teuer wird, beschäftigt nicht nur Privatpersonen. Auch die Unternehmen aus Gaiserwald suchen nach einer Lösung», sagt der Gemeindepräsident von Gaiserwald, Boris Tschirky, gegenüber TVO. Ihm ist bewusst, dass dies für gewisse Haushalte schwierig werden könnte. «Wir möchten niemanden im Stich lassen. Aktuell kreieren wir ein Abfederungspaket. Was das genau beinhaltet, wissen wir aber noch nicht», so der Gemeindepräsident.

Der Bund plant gemäss einer Meldung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA aber vorerst keine Entlastung für Privathaushalte. Der Bundesrat sehe keinen Bedarf für sofortige Massnahmen der gestiegenen Preise, teilte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF mit.

Daher kommt die Preiserhöhung

Ein Grund für die gestiegenen Strompreise liege in den rekordhohen Tarifen am Grosshandelsmarkt, an dem Strom beschafft wird. Diese sind laut dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE bereits Ende des letzten Jahres stark gestiegen. Dies aufgrund von höheren Brennstoff- und CO2-Preisen sowie Kraftwerksausfällen insbesondere in Frankreich. Der Ukraine-Krieg und die daraus resultierende Energiekrise mit weniger Gas- und Kohleimporten aus Russland und die Trockenheit verschärften die Preissituation an den Märkten zusätzlich.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 6. September 2022 20:24
aktualisiert: 6. September 2022 20:24
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