«Füüfliber» fürs Parkieren

Im Toggenburg sorgen Parkgebühren bei Bergbahnen für Knatsch

8. November 2022, 19:37 Uhr
Gratis das Auto abstellen und dann ab auf die Piste: Damit ist in diesem Winter bei den Bergbahnen Wildhaus Schluss. Das Parkieren kostet neu fünf Franken. Nur ein paar Kilometer weiter bleibt es bei der Konkurrenz allerdings kostenlos. Doch warum?

Quelle: TVO

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Bei den Bergbahnen Wildhaus kostet ab dieser Saison das Parkieren fünf Franken. Das haben die Gemeinde und das Unternehmen gemeinsam beschlossen. Das Problem: Nur ein paar Kilometer weiter bei den Toggenburg Bahnen – dem erbitterten Konkurrenten – bleibt das Auto abstellen weiterhin kostenlos.

Auch in Unterwasser soll es kosten

Doch auch in Unterwasser sind die Tage des Gratisparkieren gezählt. Denn in der nächsten Saison sollen auch dort Parkgebühren erhoben werden, erklärt der Wildhauser Gemeindepräsident Rolf Züllig gegenüber TVO. Momentan seien die Voraussetzungen bezüglich Parkplatzsetting in Wildhaus besser. «Sie können dies in diesem Winter schaffen», so Züllig weiter. In Unterwasser wollte man eigentlich auch bereits in diesem Winter Parkgebühren erheben, doch das sei technisch nicht möglich gewesen. Daher werde dies erst im nächsten Winter umgesetzt.

Die Einnahmen der Parkplatzbewirtschaftung gehen an die Parkplatzinhaber. In diesem Fall sind das die Gemeinde sowie die beiden Skigebiete. Die Bevölkerung steht mehrheitlich hinter den kostenpflichtigen Parkplätzen.

Ungleichheit könnte sich auf Geschäfter auswirken

Das Brisante an der Geschichte: Die beiden Skigebiete sind seit Jahren zerstritten. Und nun kommt es in diesem Winter zu einer weiteren Ungleichheit. Die einen kassieren bei den Parkplätzen ab, während die anderen leer ausgehen. Beide Skigebiete wollten sich gegenüber TVO nicht äussern.

Jedoch könnte die Parkgebühr ein Grund sein, das einige Touristen nach Unterwasser ausweichen. Das könnte sich auch auf die umliegenden Geschäfte auswirken. Dass jetzt für das Autoabstellen bezahlt werden muss, dafür hat Karl Alpiger wenig Verständnis. Der ehemalige Skirennfahrer betreibt sowohl im Skigebiet Wildhaus sowie im Skigebiet Unterwasser je ein Sportgeschäft. «Ich hab es satt», sagt Alpiger zu TVO. Ihm wäre es als Gewerbler am liebsten, wenn es so wenig Nebenkosten wie möglich gebe. Doch Alpiger betont auch, dass er die Saison und die Auswirkungen abwarten wolle.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 8. November 2022 19:49
aktualisiert: 8. November 2022 19:49