Lüb & Flade: St.Gallen sucht Dialektwörter

Praktikant FM1Today, 12. Juni 2019, 14:41 Uhr
Was den Dialekt angeht, sind die St.Galler manchmal etwas eigen.
© Urs Bucher/St.Galler Tagblatt
Der Kanton St.Gallen sucht auf Facebook nach den schönsten Dialektwörtern. Damit will er sich aber nicht über den Dialekt lustig machen, sondern Werbeartikel bedrucken. Über die Reaktionen der Community ist der Kanton begeistert.

«Hääl» steht in weisser Schrift auf grünem Hintergrund. Es sind die Farben des Kantons. Wenig erstaunlich, wenn das Bild vom Kanton stammt. Er hat es am vergangenen Montag auf seiner Facebookpage gepostet. Mit diesem Post startete er eine Suchaktion nach den schönsten Dialektwörtern und St.Galler Ausdrücken.

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Gepostet von Kanton St.Gallen am Montag, 10. Juni 2019

Mit über 160 Kommentaren und rund 25 Privatnachrichten wurde der Kanton beinahe überrannt. «Wir sind total begeistert», sagt Thomas Zuberbühler, Leiter Kommunikation des Kantons St.Gallen. Man habe zwar mit reger Beteiligung gerechnet, dieser grosse Rücklauf sei aber ungemein erfreulich.

St.Gallen ist nicht nur Bratwurst

Gestartet wurde die Aktion, um Begriffe für neue Artikel zu finden. «Diese werden dann zum Beispiel an Messen abgegeben», sagt Zuberbühler. Auch wenn ein offizieller Besuch nach St.Gallen kommt, werden künftig Dialektwörter ausgetauscht. «Man schenkt sich gegenseitig etwas», so Zuberbühler. Bisher war dies meistens eine Bratwurst. Diese ist aber nicht das einzig Typische: Der Kanton St.Gallen hat auch viele verschiedene Dialekte. Daher wird es in Zukunft wohl eher keine Bratwurst mehr geben.

Es gibt nicht nur den «Stadt-Dialekt»

Wichtig zu wissen sei, dass es nicht nur den Stadt-St.Galler-Dialekt gebe, erzählt Zuberbühler im Interview. Dieser wird nämlich oft in der restlichen Schweiz als der einzig wahre St.Galler Dialekt bezeichnet. Doch die Unterschiede sind spür-, oder besser gesagt, hörbar. Geht man ins Rheintal oder Toggenburg hört sich das Ganze schon ganz anders an. «Die Dialektvielfalt soll jetzt stärker nach aussen getragen werden», sagt Zuberbühler. Er stellt aber klar: «Das Ganze ist keine Imageaufwertung des St.Galler Dialekts.»

Der Dialekt ist ein guter Eisbrecher

Bestimmt jeder hat sein Lieblingsdialektwort. So auch Thomas Zuberbühler. Beim Durchscrollen der Kommentare fand er sogar gerade zwei Wörter: Strätze und Flade. Interessant dabei ist: der Flade heisst in der restlichen Schweiz Wähe. «In Bern oder Luzern denkt man beim Wort Flade zuerst an einen Kuhfladen», sagt Zuberbühler. So komme man aber auch gut ins Gespräch, ergänzt er weiter. Meist versteht man den Dialekt hingegen gut: «Mit dem St.Galler Deutsch kommt man überall in der Schweiz gut durch.»

Kennst du unseren Dialekt?

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Kennst du noch weitere Dialektwörter? Schreib sie uns doch in die Kommentar oder direkt unter den Post des Kantons.

Praktikant FM1Today
Quelle: ham
veröffentlicht: 12. Juni 2019 14:41
aktualisiert: 12. Juni 2019 14:41