Mord an Webergasse: Kosovare vor Gericht

Dario Brazerol, 3. Juli 2018, 05:51 Uhr
Tötungsdelikt vor dem Hotel Dom in St. Gallen. Ein 42 jähriger Kosovar wurde in den frühen Morgenstunden auf offener Strasse erschossen.
Tötungsdelikt vor dem Hotel Dom in St. Gallen. Ein 42 jähriger Kosovar wurde in den frühen Morgenstunden auf offener Strasse erschossen.
© Tagblatt/Urs Bucher
Ein 61-jähriger Kosovare steht ab heute Dienstag wegen Mordes an der St.Galler Webergasse und mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz vor Gericht. Dem mutmasslichen Täter drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Am 12. Mai 2016 wurde in der St.Galler Innenstadt ein 42-jähriger Mann aus nächster Nähe erschossen. Der mutmassliche Täter: sein Cousin, ein 61-jähriger Kosovare. Der Grund für die Tat soll eine Affäre zwischen dem 42-Jährigen und der Ehefrau des mutmasslichen Täters gewesen sein.

Opfer starb sofort

Aufgrund dessen soll der 61-jährige Kosovare am Tag der Tat seinen Cousin am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit abgepasst haben. Nachdem ein erster Versuch einer Schussabgabe wegen einer Ladehemmung der Pistole scheiterte, traf ein zweiter Schuss das 42-jährige Opfer zuerst in die Schulter und schlussendlich am Kopf. Der Mann starb noch am Tatort.

Mutmassungen über Motiv

Wie Bekannte und Verwandte des Opfers gegenüber 20 Minuten sagen, sei aber nicht eine Affäre zwischen dem Opfer und der Ehefrau des Täters das Motiv. Vielmehr sollen Geldschulden von über 100'000 Franken, welche der mutmassliche Täter dem Opfer schuldete, Grund für den Zwist zwischen den Cousins gewesen sein. Mit diesem Geld soll der 61-Jährige unter anderem einen Hausbau im Kosovo finanziert haben. Allerdings gibt es zu diesen Mutmassungen keine Angaben in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

«Besonders skrupellos gehandelt»

Ab Dienstag steht der 61-Jährige nun vor dem Kreisgericht St.Gallen, wo er sich wegen Mordes und mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft St.Gallen wirft ihm vor, «besonders skrupellos» gehandelt zu haben. Ausserdem soll die Ausführung der Tat «besonders verwerflich» gewesen sein. Die Tatwaffe, eine Pistole, soll er samt Munition illegal vom Kosovo in die Schweiz geschmuggelt haben.

Deshalb fordert die Staatsanwaltschaft 18 Jahre Gefängnis für den Kosovaren sowie eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Franken. Der 61-Jährige Kosovare befindet sich seit seiner Verhaftung in Untersuchungshaft, beziehungsweise im vorzeitigen Strafvollzug. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Dario Brazerol
Quelle: dab
veröffentlicht: 3. Juli 2018 05:51
aktualisiert: 3. Juli 2018 05:51