Tödlicher Ehekrach: Tatwaffe ist kein Messer

Laurien Gschwend, 21. April 2019, 09:16 Uhr
Die 60-jährige Frau, die am Karfreitag in St.Gallen bei einem Ehestreit ums Leben kam, starb weder durch ein Messer noch durch Schusswaffen. Der Tatverdächtige, ihr 66-jähriger Ehemann, war der Polizei vor der Tat nicht bekannt.

Grosseinsatz wegen einer Bluttat im St.Galler Ruhsitzquartier: Nach einem Streit zwischen serbischen Eheleuten fand die Polizei am Freitagvormittag die Leiche der 60-jährigen Ehefrau. Sie hatte so schwere Kopfverletzungen erlitten, dass sie noch in der Wohnung an der Ruhsitzstrasse verstarb. Der 66-jährige Ehemann wurde festgenommen (FM1Today berichtete).

«Umstände sind Täterwissen»

Gegen Mittag führte die Polizei den Beschuldigten ab. Eine Augenzeugin berichtete, dass die Beamten ein Messer aus dem Wohnblock getragen hätten. «Es ist die Aufgabe der Polizei, solche Gerüchte zu dementieren. Die Polizeibeamten haben kein Messer aus dem Tatort getragen – das stimmt ganz klar nicht», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, auf Anfrage von FM1Today. Nach bisherigen Erkenntnissen seien weder ein Messer noch Schusswaffen im Spiel gewesen, fährt er fort. «Wie die Frau umgebracht wurde, wollen wir nicht sagen. Das ist Täterwissen.» Heisst: Die Polizei will vom Beschuldigten erfahren, wie er auf seine Ehefrau losgegangen ist.

Sowohl der mutmassliche Täter als auch seine verstorbene Ehefrau sind serbische Staatsangehörige. Sie waren der Polizei zuvor nicht bekannt, wie Krüsi sagt: «Der Mann, den wir am Karfreitag festgenommen haben, ist in den Registraturen der Kantonspolizei in keiner Art und Weise verzeichnet.»

Warum kam es zum Streit?

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Polizei laufen auf Hochtouren. «Im Fokus steht der 66-jährige Festgenommene», sagt Polizeisprecher Krüsi. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eröffnet. «Ziel ist es, herauszufinden, was in der Wohnung genau geschah und welches Motiv hinter dem Streit mit tödlichem Ausgang steckt.»

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 20. April 2019 07:41
aktualisiert: 21. April 2019 09:16