Tödlicher Unfall von Roggwil

Astra über Unfallhotspot A23: «Auch eine Leitplanke kann das Risiko einer Kollision nicht verhindern»

21.12.2022, 13:18 Uhr
· Online seit 20.12.2022, 19:45 Uhr
Am Samstag kam es auf der A23 bei Roggwil zu einem tödlichen Unfall. Es ist nicht der erste fatale Vorfall auf dieser Strecke. Autofahrerinnen und -fahrer fordern daher weitere Sicherheitsmassnahmen für die Autostrasse. Das Bundesamt für Strassen hält davon aber wenig.

Quelle: TVO

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Am Samstagabend kommt es auf der A23, kurz nach der Einfahrt Arbon West, zu einem Frontalcrash. Dabei verliert ein 74-Jähriger sein Leben, seine 72-jährige Beifahrerin sowie der 55-jährige Fahrer des zweiten Autos und dessen 49-jährige Beifahrerin erlitten schwere Verletzungen.

Autofahrer fordern Massnahmen

Es ist bei Weitem nicht der erste schwere Unfall auf dieser Strecke. Beispielsweise vor einem Jahr forderte bereits ein Unfall drei Schwerverletzte. Für viele Thurgauer Autofahrende ist klar: Das ist kein Zufall. Ein Passant sagt beispielsweise gegenüber TVO, dass er immer wieder von Unfällen auf dieser Strecke höre. Er findet, dass hier etwas unternommen werden muss. Denn trotz Gegenverkehr gilt auf der Strecke das Tempolimit 100 Kilometer pro Stunde. Zwischen den Fahrbahnen hat es nur Baken, die teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen sind. Darum ist für viele klar: Hier braucht es eine Leitplanke.

Astra hält Leitplanke für unnötig

Zuständig für die Autostrasse ist das Bundesamt für Strassen (Astra). Doch von weiteren Massnahmen will das Astra nichts wissen. «Wir gehen aktuell nicht davon aus, dass der Unfall mit der Infrastruktur zusammenhängt», erklärt Astra-Mediensprecher Julian Räss gegenüber TVO. Eine Analyse des Astras zeige zudem, dass eine Mittelleitplanke das Problem nicht lösen würde. «Auch eine Leitplanke kann das Risiko einer Kollision nicht verhindern. Je nach Aufprallwinkel, Geschwindigkeit und Gewicht des Fahrzeugs kann es dennoch auf die Gegenfahrbahn gelangen», merkt Räss an. Eine Anpassung an der Infrastruktur sei darum nicht geplant.

Räss führt weiter aus, dass angesichts der Unfallstatistik die Strecke eigentlich sicher sei: «In den letzten acht Jahren kam es zu zwei vergleichbaren Unfällen.» Das könnte einen einfachen Grund haben. Vor acht Jahren wurden nämlich die Baken für die Erhöhung der Sicherheit installiert. Damals sind innert einer Woche drei Personen auf der Strecke ums Leben gekommen.

Wie es zum Unfall kam, wird weiterhin durch die Kantonspolizei Thurgau abgeklärt. Wie es den drei Schwerverletzten vom Samstag geht, ist derzeit nicht bekannt.

(red.)

veröffentlicht: 20. Dezember 2022 19:45
aktualisiert: 21. Dezember 2022 13:18
Quelle: TVO

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