Nach Alpaka-Rissen

Bund bewilligt Abschuss von Glarner Jungwölfen

17.10.2023, 16:18 Uhr
· Online seit 17.10.2023, 15:28 Uhr
Der Kanton Glarus kann die zwei Wolfsrudel am Kärpf und am Schilt regulieren. Das Bundesamt für Umwelt hat den beantragten Abschuss von Jungtieren bewilligt – das Gesuch zum Abschuss des Leitwolfs des Kärpfrudels wurde noch nicht beantwortet.
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Der Kanton Glarus kann in den zwei Wolfsrudel am Kärpf und am Schilt Jungtiere abschiessen. Die Rudel rissen Kälber und Schafe. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) bewilligte den vom Kanton beantragten Abschuss.

Wölfe des Kärpfrudels rissen in Glarus Süd zwei Kälber und zwei Schafe und verletzten zwei weitere Kälber, wie das Glarner Departement Bau und Umwelt am Dienstag mitteilte. Das Schiltrudel erlegte neun Schafe auf einer Alp in Glarus Nord.

Das Bafu erteilte am 16. Oktober seine Zustimmung zum Abschuss von zwei von fünf Jungtieren des Kärpfrudels und einem von drei Jungwölfen des Schiltrudels. Die Abschüsse müssen bis 31. März 2024 erfolgen und dürfen nur ausserhalb der eidgenössischen Jagdbanngebiete stattfinden.

Weiterhin beim Bafu hängig ist das Gesuch des Kantons um den Abschuss des Leitwolfs des Kärpfrudels. Ihm wird der Riss der Kälber zugeschrieben.

Anspruchsvolle Abschüsse

Gemäss den Vorgaben des Bafu sind die Jungwölfe möglichst in der Nähe von Siedlungen oder von Nutztieren sowie aus dem Rudelverband heraus zu schiessen. Damit sollen die Elterntiere den Verlust ihres Nachwuchses mit Siedlungen und Nutztieren in Verbindung bringen und künftig solche Situationen und Orte meiden. Ob dieser sogenannte Vergrämungseffekt auch eintritt, sei aber offen, schrieb der Kanton.

Die zeitintensiven Abschüsse vollziehe die professionelle Wildhut. Sie müsse auf günstige Gelegenheiten warten, etwa wenn die Wölfe an entdeckte Risse zurückkehrten oder sich bei Schneelagen wieder vermehrt im Talboden bewegten. Derzeit sind die Wölfe laut der Wildhut aber noch weiträumig im ganzen Kanton unterwegs.

Der Abschuss von Jungwölfen sei sehr anspruchsvoll, da die Unterscheidung der Jungtiere von den erwachsenen Tieren schwierig sei, hiess es in der Mitteilung. Um das Risiko eines Fehlabschusses zu minimieren, werden zur Unterstützung der Wildhut keine Jäger eingesetzt.

Ein Fehlabschuss etwa des Muttertieres statt eines Jungwolfs kann zu einem Auseinanderfallen des Rudels führen. «Es besteht dann die Gefahr, dass die unerfahrenen Jungwölfe sich eher auf verhältnismässig leichte Beute wie Schafe oder Ziegen konzentrieren und mehr Schäden verursachen», betonte das Departement.

Wölfe reissen sieben Alpakas

Wölfe hatten am Sonntagmorgen bei Elm im Glarnerland sieben Alpakas gerissen und zwei verletzt. Die Risse erfolgten in Dorfnähe auf einer Weide. Sie war lediglich mit einem Litzenzaun, einem elektrifizierten Draht, gesichert, wie der Kanton Glarus am Montag mitteilte.

Mit Rissen in Siedlungsnähe sei weiterhin zu rechnen. «Der Wolf geht dorthin, wo er Nahrung findet», so Jäggi. Wölfe könnten gut mit der Infrastruktur des Menschen umgehen. «In diesem Fall war zudem der Talfluss Sernf zwischen Dorf und Weide.» Verantwortlich für den Riss sei das Kärpfrudel.

(sda/red.)

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veröffentlicht: 17. Oktober 2023 15:28
aktualisiert: 17. Oktober 2023 16:18
Quelle: FM1Today

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