«Vögel ja nicht berühren»

Fabienne Engbers, 9. November 2016, 15:32 Uhr
KEYSTONE/Eddy Risch
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Über 100 tote Wasservögel wurden rund um den Bodensee geborgen. Eine erste Untersuchung zeigt: die Vögel sind der Vogelgrippe zum Opfer gefallen. Im Kanton St.Gallen wurde noch kein toter Vogel gefunden, trotzdem ist Vorsicht geboten.

«Die Wildhüter und Fischer des Kantons St.Gallen müssen das Seeufer genauer beobachten und regelmässig kontrollieren» , sagt Kantonstierarzt Dr. Albert Fritsche. Die Wildhüter und Fischereiaufseher sollen in den nächsten Tagen regelmässig das Ufer abschreiten und nachsehen, ob sie tote Vögel finden.

Dem Ostschweizer Geflügel kann Vogelgrippe schaden

Eine grosse Gefahr gehe aber nicht unbedingt von den toten Enten und anderen Wildvögeln aus, sondern vor allem von Nutzgeflügel. Wenn die Vogelgrippe in Hühnerställen ausbricht, wäre dies wesentlich schlimmer als die toten Enten. «Wo möglich empfehle ich, dass Geflügelhalter gut darauf achten, dass keine Wildvögel in ihre Gehege gelangen», sagt Albert Fritsche.

Die toten Vögel nicht berühren

«Privatpersonen, die einen toten Wildvogel entdecken, sollten diesen auf keinen Fall berühren», empfiehlt Albert Fritsche. Ausserdem soll man sich mit dem kantonalen Amt für Wildschutz und Fischerei in Verbindung setzen.

Vogelgrippe ist grundsätzlich ungefährlich für Menschen

Für den Menschen ist der Vogelgrippevirus, der bei uns anzutreffen ist, nicht gefährlich. Das haben die Bundesbehörden bekannt gegeben. Trotzdem ist es wichtig, dass sich der Virus bei den Menschen nicht verbreitet, sagt Albert Fritsche. Wenn ein Vogelgrippevirus auf einen normalen Grippevirus treffen würde, könnte das Virus so mutieren, dass es doch noch gefährlich wird. Weil das Grippevirus aussergewöhnlich schnell mutiert ist es daher umso wichtiger, dass sich diese beiden Viren nicht in einem Organismus treffen.

Nationale und internationale Absprachen laufen

Für gesetzliche Massnahmen sind nicht die einzelnen Kantone verantwortlich, sondern der Bund. Dieser spricht die nächsten Schritte nicht nur mit den Kantonen, sondern auch mit Österreich und Deutschland ab, da diese Länder ebenfalls vom Entensterben betroffen sind. Morgen Donnerstag werden weitere Informationen von Seiten des Bundes erwartet.

Einem Bericht auf «VOL.at» zufolge ist am deutschen Bodenseeufer eine gefährliche Variante der Vogelgrippe vom Typ H5N8 entdeckt worden. In Teilen von Deutschland gelte schon jetzt eine Stallpflicht für sämtliche Geflügel.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 9. November 2016 13:02
aktualisiert: 9. November 2016 15:32