Den Meister vergeblich gefordert

Krisztina Scherrer, 12. November 2018, 05:29 Uhr
Obwohl der FC St.Gallen gegen die Young Boys gut mithält und sogar früh in Führung geht, liegen die Grün-Weissen schon zur Halbzeit vorentscheidend in Rückstand. In der zweiten Halbzeit beschränken sich die Berner auf das Verteidigen, der Anschlusstreffer per Elfmeter von Sierro kommt zu spät. Hier die Spielerbewertung:

Tor

Dejan Stojanovic: Note 4,0. Durch schöne Flugeinlagen glänzen kann der Espen-Torwart heute nicht – wenn YB angreift, liegt der Ball jeweils im Tor. Die Flanken vor den ersten beiden Gegentoren sind sehr lange in der Luft, hier könnte er allenfalls sein Tor verlassen.

Verteidigung

Slimen Kchouk: Note 3,5. Wenn YB angreift, geht es jeweils über seine Seite. Auch wenn ihn keine direkte Schuld an den Gegentoren trifft, ist die Abstimmung mit seinen Mitspielern sicher noch verbesserungsfähig.

Leonel Mosevich: Note 5,0. Rettet mehrmals mit schönen Grätschen, treibt die flinken YB-Angreifer durch sein hartes Spiel oft zur Weissglut.

Silvan Hefti: Note 3,0. Lässt seinen direkten Gegenspieler Nsamé zweimal davonziehen, wodurch dieser jeweils unbedrängt per Kopf verwerten kann. Seine Stärken liegen sicherlich eher bei flachen Bällen, als Innnenverteidiger muss er in solchen Situationen aber zumindest den Körperkontakt behalten.

Axel Bakayoko: Note 4,5. Die Inter-Leihgabe dürfte Nsamé bei seinem zweiten Treffer ebenfalls stören, auch wenn er nicht sein direkter Gegenspieler ist. Ansonsten waren die Berner über seine Seite wesentlich seltener gefährlich, er gewann viele Laufduelle.

Mittelfeld

Majeed Ashimeru: Note 4,5. Er lernt immer noch, auf technische Glanzlichter folgen zum Teil haarsträubende Ballverluste. Hat bei seinem Pfostenschuss viel Pech.

Jordi Quintillà: Note 4,5. Wie immer mit taktisch ausgezeichnetem Positionsspiel. Zeigt auch einige Weltklassepässe in die Spitze, allerdings auch mit mehr Fehlpässen als in vergangenen Spielen.

Vincent Sierro: Note 5,0. Ein Tor, ein Assist – die Zahlen stimmen. Sein Durchstecken auf Kutesa vor der St. Galler Führung ist stark, den Penalty verwandelt er souverän. Dazwischen taucht er allerdings auch immer wieder ab.

Sturm

Kekuta Manneh: Note 4,0. Hervorragende Ansätze, im Abschluss aber immer noch glücklos. Gelegentlich ein wenig zu eigensinnig und zu wenig schnell zurück in der Absicherung bei YB-Angriffen.

Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Couragierte, aber glückose Leistung als «falsche Neun». Leitet einige Angriffe mit schönen Pässen ein, kommt aber selbst nie gefährlich zum Abschluss.

Dereck Kutesa: Note 4,5. Verwertet seine Chance allein vor von Ballmoos eiskalt zur Führung. Dazu einige weitere gute Aktionen, aber auch ärgerliche Ballverluste.

Einwechselspieler (mindestens 45 Minuten)

Andreas Wittwer: Note 4,5. Stabilisert die linke Abwehrseite nach seiner Einwechslung zur Halbzeit sichtlich, offensiv aber ohne grosse Wirkung.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 4,3.

Fazit: Die Leistung stimmte weitgehend, das Resultat aber nicht. In der zweiten Halbzeit war gegen eine massierte YB-Abwehr eine gewisse offensive Ideenlosigkeit leider auch nicht zu übersehen. Jetzt folgt die Länderspielpause, danach kommen mit GC, Thun, Xamax und Luzern noch vier Gegner, die für die Espen wesentlich näher in Reichweite liegen dürften als die in der Meisterschaft schon wieder entrückten Berner.

Johannes Graf

Krisztina Scherrer
veröffentlicht: 12. November 2018 05:29
aktualisiert: 12. November 2018 05:29