Wittwer ist «wahnsinnig enttäuscht» von Sutter

Laurien Gschwend, 24. Juni 2019, 17:50 Uhr
St.Gallens Sportchef Alain Sutter hat mit Linksverteidiger Andreas Wittwer abgeschlossen, «weil er sich nach den Ferien nicht mehr gemeldet hat». Der 28-Jährige selbst ist mit Sutters Version der Geschichte alles andere als einverstanden. Er ist enttäuscht darüber, dass ihm nun die Schuld zugewiesen wird.

«Es war abgemacht, dass sich Andreas Wittwer nach den Ferien bei mir meldet. Das hat er nicht getan, damit ist das Thema für mich erledigt, er wird definitiv nicht mehr für uns spielen. Er hat wohl andere Pläne.» Mit diesen Worten äusserte sich Sportchef Alain Sutter (51) am vergangenen Mittwoch bei der Medienkonferenz zum Saisonauftakt über Andreas Wittwers Abgang. Der Berner Familienvater hat nach drei Jahren beim FC St.Gallen keinen neuen Vertrag erhalten. Im Moment ist er vereinslos.

«Ein Spieler ruft nicht selbst an»

Gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» äussert sich der linke Verteidiger zu seinem unschönen Abgang. Dass er sich nach den Ferien melden soll, um sich über einen möglichen neuen Vertrag zu unterhalten, sei «nicht abgemacht» gewesen. Er habe noch nie gehört, dass ein Spieler auf den Sportchef zugehen müsse. «Vielmehr habe ich auf den Anruf von Alain Sutter gewartet, der aber nie kam. Ein Spieler ruft doch nicht selbst den Club an und bittet diesen um einen neuen Vertrag.»

«Es ist unfassbar»

Nach 103 Pflichtspielen und einer «tollen Zeit» beim FCSG sei er enttäuscht, als Schuldiger dargestellt zu werden. «Es ist unfassbar, ich bin wahnsinnig enttäuscht von Alain Sutter. Ausgerechnet von ihm, der stets von der grünweissen Gruppe spricht und dem das Menschliche so wichtig sein soll, kommt eine solche Aktion.»

Thema in Verwaltungsratssitzung

Präsident Matthias Hüppi will die Querelen nicht kommentieren. «Was wer wem sagt, kann und will ich nicht kontrollieren und da mische ich mich gewiss nicht ein», wird er vom «St.Galler Tagblatt» zitiert. Verwaltungsrat Stefan Wolf sagt, dass «das Ganze im Verwaltungsrat sicher an einer Sitzung zur Sprache kommen wird». Der Verwaltungsrat trage den Entscheid der sportlichen Führung aber mit.

Fakt ist, Sutter hat sich auf der Position des linken Aussenverteidigers eine Vakanz geschaffen, die nicht nötig gewesen wäre. Wo es Wittwer nun hinzieht, weiss er nicht. Er ist für alles offen, Fussballabenteuer inklusive.

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 24. Juni 2019 15:43
aktualisiert: 24. Juni 2019 17:50