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Streaming

Live-Gefühl: Deshalb streamen wir alte Konzerte

9. April 2021, 11:55 Uhr
Konzerte von Queen werden oft im Netz gestreamt.
© gettyimages/Fox Photos
Seit über einem Jahr sind wir auf Konzert- und Festivalentzug. Dieser Zustand lockt uns vor den Bildschirm. Es werden so viele Konzerte gestreamt wie selten zuvor. Doch wieso machen wir das?

Jimi Hendrix am Woodstock, die Beatles im Shea Stadium oder diverse Super Bowl Halftime Shows, zum Beispiel von Jennifer Lopez und Shakira oder von Michael Jackson gehören auf Youtube zu den beliebtesten Live-Konzerten. Unangefochten auf Platz eins der beliebtesten Live Performances ist Queen mit ihrem «Live-Aid»-Auftritt 1985 im Londoner Wembley-Stadion, wie die britische Konzertagentur TicketSource mitteilt.

Auf Youtube wurde dieser Queen-Auftritt rund 137 Millionen Mal abgerufen – alleine im vergangenen Jahr fast fünf Millionen Mal.

Gefühl von Gemeinschaft

Für die einen ist es ein No-Go, ein altes Konzert im Fernsehen oder auf dem Smartphone zu schauen. Für andere – und das sind offenbar in der Coronakrise nicht wenige – stillt eine «Livekonserve» die Sehnsucht nach einem Konzert oder Festival.

Dafür gibt es verschiedene Gründe, erklärt der St.Galler Musiktherapeut und Psychologe Markus Braun: «Alte Konzerte zu schauen mag der Versuch sein, sich in eine Zeit zurück zu fühlen, als die Welt noch in Ordnung war.» Weiter könne ein Online-Konzert ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln, welches vielen von uns im Moment fehlt. «Sei es durch das Bewusstsein, dass jetzt viele andere das auch gleichzeitig anschauen oder man schaut es gemeinsam mit Bekannten. Dieses Gefühl von Gemeinschaft und Teil einer Identität und Geborgenheit gebenden Gruppe zu sein, fehlt wohl besonders vielen Jugendlichen», sagt Braun.

(lae)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. April 2021 20:16
aktualisiert: 9. April 2021 11:55