Das «Kägi» geht um die Welt

Fabienne Engbers, 25. März 2018, 10:30 Uhr
Nicht nur im Toggenburg ist das Kägi Fret beliebt und wird fleissig beworben. Auch in Taiwan und Saudi Arabien gibt es Kägi. Und neuerdings macht das Kägi Fret der Manner-Waffel aus Wien Konkurrenz.

Was dem Thurgauer das Öpfelringli und dem Bündner die Nusstorte ist, ist dem Toggenburger das Kägi Fret. Die Schokowaffel ist einer der grössten Exportschlager der Region und sogar international bekannt. Doch im Ausland mag man das Kägi tatsächlich in anderen Ausführungen als in der Schweiz.

Konkurrenz zur Manner-Waffel

Wohin man in der Welt auch geht, überall kann einem ein Stück Heimat ins Auge springen. So ging es auch Elisabeth Giovanoli, die Werbung für die Schoggiwaffeln Kägi Fret in Wien entdeckte. Wien ist aber nicht der einzige Ort, an dem die Toggenburger Spezialität zu entdecken ist.

Neu will Kägi seine Waffeln auch nach Deutschland und Österreich exportieren. «Damit wir im Markt auffallen und um uns zu positionieren, haben wir eine Werbekampagne gestartet», sagt Yvonne Beier, Marketingleiterin bei Kägi. Offenbar zielt diese darauf ab, der berühmten Wiener Manner-Waffel Konkurrenz zu machen.

Kleine Kägis kommen bei den Asiaten an

Das gleiche Produkt wird in anderen Ländern unterschiedlich verkauft. «In Asien sind vor allem unsere Minis erfolgreich. Das sind kleinere Portionen und sie sind einzeln verpackt», sagt Yvonne Breier. Ausserdem seien die Asiaten experimentierfreudiger. «Wir verkaufen ein Paket mit sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen der Kägi Fret, das ist dort total der Renner.»

Matcha Kägis machen Japaner verrückt

Nebst dem Classic Kägi ist im asiatischen Raum eine Rezeptur eines Matcha-Kägis der letzte Schrei. «Die Rezeptur ist eher ein bisschen bitter, aber die Chinesen und Japaner spinnen völlig darauf», sagt Breier und lacht. Dieses Produkt wurde extra für ebendiese Region entwickelt.

Grund für die frühe Expansion in den Mittleren Osten war ein damaliger Vertreter. «Der hat damals viel Erfolg gehabt, deshalb sind wir heute in der Region um Saudi Arabien am erfolgreichsten», sagt Yvonne Breier. Zu dieser Zeit gab es weniger Konkurrenz und der Fokus auf Qualität und das Image von Swissness habe zusätzlich zum Erfolg beigetragen.

Andere Länder - andere Vorschriften

In Saudi Arabien und auch in China muss Kägi bei der Werbung darauf achten, dass keine kulturellen Werte verletzt werden. «Daher versuchen wir in Saudi Arabien, möglichst das Schweizer Kreuz nicht zu zeigen - es könnte als religiöses Zeichen gewertet werden. Stattdessen schreiben wir <Swiss made> auf unsere Werbungen», sagt Breier. Zusätzlich setzt Kägi im Mittleren Osten darauf, möglichst viele Probieraktionen durchzuführen. «Allerdings dürfen nur Männer Produkte verteilen, Frauen machen das nicht.»

In China schaltet Kägi keine TV-Spots. «Hier arbeiten wir mit Influencern, die über unsere Produkte bloggen.» Das sei deutlich effektiver als die Nutzung klassischer Werbemittel.

In Taiwan gibt es eine ganze U-Bahn-Station, die mit riesigen Kägi-Plakaten vollgehängt ist. «Wir erreichen so Aufmerksamkeit und kommunizieren mit der Kuh und dem Picknick Swissness und Natürlichkeit», sagt Yvonne Breier.

Werbung

Schweizer mögen die klassische Variante

Während in anderen Ländern unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Mini-Kägis gut ankommen, bleiben Herr und Frau Schweizer beim klassischen Kägi Fret. «In der Schweiz ist nach wie vor der Riegel oder der Family Pack, wo die Guetzli in einer Verpackungen zusammen verpackt sind, am beliebtesten.»

Fabienne Engbers
Quelle: abl/enf
veröffentlicht: 25. März 2018 10:30
aktualisiert: 25. März 2018 10:30