Entführt, eingesperrt und gelogen

Kalifornierin muss wegen Fake-Kidnapping ins Gefängnis

20. September 2022, 20:07 Uhr
Wegen einer vorgetäuschten Entführung muss eine Frau in Kalifornien für 18 Monate ins Gefängnis. Ermittler haben Spuren von ihrem Ex-Freund auf ihrer Kleidung gefunden und damit die Täuschung Jahre später aufgedeckt.
Sherry P. ist am Montag vom kalifornischen Gericht wegen erfundener Entführung verurteilt worden.
© keystone
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Im November 2016 meldet Keith P. in Kalifornien seine Frau Sherry (40) als vermisst. Sie sei von ihrer Jogging-Runde nicht mehr nach Hause gekommen. Drei Wochen später hat man sie über 200 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt auf einer Autobahn gefunden.

Das Opfer erzählte der Polizei, dass sie von zwei Spanisch sprechenden Frauen gekidnappt wurde, wie «Blick» schreibt. Sie sollen sie in einem Schrank eingesperrt haben. Jahre später stellt sich heraus, dass sie beim Ex-Freund war. Jetzt wurde die Amerikanerin wegen sogenannten Post-Betrugs und Falschaussagen zu 18 Monaten Haft im Bundesgefängnis verurteilt.

Sie verletzte sich selbst

Warum die Suche nach den Entführerinnen während fast vier Jahren immer erfolglos bliebt, löste sich 2020. Die kalifornische Polizei hat DNA-Spuren von ihrem Ex-Freund auf der Kleidung, die Sherry am Tag der angeblichen Entführung getragen hatte, gefunden. Dennoch widersprach die Kalifornierin zuerst diesen Anschuldigungen.

Der Ex-Freund packte jedoch gegenüber den Ermittlern aus und konnte beweisen, dass er der 40-Jährigen nur helfen wollte, denn sie solle ihm von einer missbräuchlichen Beziehung erzählt haben. Damit die Entführung echt wirkte, schnitt sich die zweifache Mutter die Haare ab, verletzte sich selbst und bat den Ex-Freund sie zu brandmarken.

Sherry soll bereits in der Mittelschule wegen Angstzuständen, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen in Behandlung gewesen sein.

Vergeudete Ressourcen

«Es tut mir so leid für die vielen Menschen, die meinetwegen gelitten haben. Die Menschen, die sich für die gebrochene Frau, die ich war, aufgeopfert haben. Die Menschen, die bereit waren, mir in einer Zeit zu helfen, in der ich so verzweifelt Hilfe brauchte. Ich danke ihnen allen», sagte die Angeklagte am Montag gegenüber dem Richter, wie «Blick» schreibt.

Nebst verschwendeten Ressourcen und Unschuldige zur Zielscheibe von Ermittlungen werden lassen, kassierte sie 30'000 Dollar an Opferentschädigung. Nach der eineinhalbjährigen Haftstrafe erwarten die Kalifornierin 36 Monate überwachte Freilassung und 310'000 Dollar Strafe.

Ihr Mann Keith hat die Scheidung eingereicht und das Sorgerecht für die beiden gemeinsamen Kinder beantragt.

(joe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 20. September 2022 20:28
aktualisiert: 20. September 2022 20:28