Über 100 Tote

Starke Erdbeben in Afghanistan erschüttern Grenzregion nahe Iran

08.10.2023, 14:08 Uhr
· Online seit 07.10.2023, 18:32 Uhr
In Afghanistan haben mehrere starke Erdbeben innerhalb kurzer Zeit die Grenzregion nahe dem Iran erschüttert. Die US-Erdbebenwarte USGS bezifferte die Stärke von mindestens acht Beben am Samstag auf Werte zwischen 4,6 und 6,3. Die Erdstösse ereigneten sich am Morgen nordwestlich der afghanischen Grenzstadt Herat, in einer geringen Tiefe von rund zehn Kilometern.

Quelle: Erdbeben erschüttert Afghanistan / Beitrag vom 8. Oktober 2023 / Reuters / CH Media Video Unit / Linus Bauer

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Nach mehreren starken Erdbeben in Afghanistan sind nach Einschätzungen der Vereinten Nationen (UN) mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien Hunderte Häuser zerstört worden, teilte das UN-Nothilfebüro OCHA am Samstag mit. Unbestätigten Berichten zufolge könnte die Zahl der Toten eher bei 320 liegen, hiess es in der Mitteilung weiter.

 Auch im Nachbarland Iran waren die Beben zu spüren. Bewohner der rund 300 Kilometer von der Erdbebenzone entfernten Millionenmetropole Maschhad im Iran erzählten, dass Häuserwände gezittert hätten. Laut Irans Staatsmedien wurden Teams zur Inspektion möglicher Schäden in Grenzgebiete geschickt. Es habe Dutzende Nachbeben gegeben.

Ein Bewohner der afghanischen Provinz Herat berichtete von den starken Beben: «Wir sind aus den Gebäuden geflohen», sagte der Mann. «Alle sind auf freiem Feld und niemand weiss, was mit ihren Häusern passiert ist.» Mehr als zwei Millionen Menschen sind in der afghanischen Grenzprovinz zu Hause.

Der Leiter der staatlichen Nachrichtenagentur im von den Taliban regierten Afghanistan schrieb in einer Journalistengruppe: «Leider hat das Erdbeben bei den Bewohnern von Herat viele Schäden hinterlassen. Genaue Details werden später bekannt gegeben.»

Immer wieder kommt es zu schweren Erdbeben in der Region, wo die Arabische, die Indische und die Eurasische Platte aufeinandertreffen. Bei einem verheerenden Erdbeben kamen 2022 in Afghanistan mehr als 1000 Menschen ums Leben.

(sda)

veröffentlicht: 7. Oktober 2023 18:32
aktualisiert: 8. Oktober 2023 14:08
Quelle: BärnToday

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