Beil-Angriff: Paar für Prix Courage nominiert

Vielleicht bald Träger des Prix Courage: Trix und Wendelin Marthy.
Vielleicht bald Träger des Prix Courage: Trix und Wendelin Marthy. © Beobachter
Rund ein Jahr, nachdem sie versucht haben, den Attentäter von Flums zu stoppen und selber schwer verletzt wurden, sind Trix und Wendelin Marthy aus Flumserberg für den Prix Courage nominiert.

Eindunkeln am 22. Oktober 2017 in Flums. Während Beatrix «Trix» und Wendelin Marthy, damals 72 und 59 Jahre alt, auf dem Nachhauseweg nach Flumserberg sind, hören sie beim Postplatz Schreie, als würde jemand zusammengeschlagen.

Paar mit Kinderwagen angegriffen

Beatrix Marthy hält das Auto an, ihr Ehemann steigt aus. Was sich gerade abspielt, ist weitaus schlimmer als eine Schlägerei: Ein 17-jähriger, in der Region wohnhafter Lette, greift ein junges Paar mit Kinderwagen mit einem Beil an. Während der Vater bereits schwer verletzt am Boden liegt, schlägt der Täter mit seinem Beil auf die Mutter ein.

Wendelin Marthy schreit den 17-Jährigen an und bringt ihn damit dazu, das Beil von der Mutter abzuwenden. Doch dann werden Marthy und seine Ehefrau selber Opfer des Amokläufers. Trix Marthy hatte inzwischen die Polizei gerufen und war aus dem Wagen ausgestiegen. Der Täter will mit dem Auto wegfahren – Trix Marthy hält ihn davon ab. Bis sie vom Beil im Unterarm getroffen wird.

Wegen mehrfachen versuchten Mordes angeklagt

Der 17-Jährige flüchtet mit dem Auto und später zu Fuss. Bei einer Tankstelle verletzt er zwei weitere Menschen. Dort wird er von der Polizei angeschossen. Mit dem Täter werden neun Personen verletzt.

Vor einigen Tagen hat die St.Galler Staatsanwaltschaft den inzwischen 18-jährigen Jugendlichen wegen mehrfachen versuchten Mordes angeklagt – er soll drei Jahre hinter Gitter (FM1Today berichtete).

«Schlimm, wenn wir nicht eingegriffen hätten»

Nun, rund ein Jahr nach der Bluttat in Flums, sind Trix und Wendelin Marthy für den Prix Courage des «Beobachter» nominiert. Dazu, dass sie sich selber in Gefahr gebracht haben, sagen sie laut dem Magazin: «Schlimm wäre, wenn wir nicht eingegriffen hätten und der Täter einen oder mehrere Menschen hätte töten können.» Wenn man zueinander schaue, könne man vieles verhindern.

Auch Whistleblower Quadroni nominiert

Setzen sie sich beim 21. Prix Courage gegen ihre sieben Konkurrenten durch, bekommen Trix und Wendelin Marthy 15’000 Franken. Wer den Preis erhält, entscheiden je zur Hälfte das Publikum sowie eine Jury. Unter den Nominierten sind auch Adam Quadroni, der im Engadin nach Jahrzehnten Preisabsprachen in der Baubranche hat auffliegen lassen, und die Aargauer Lehrerin Morena Diaz, die sich auf Social Media für Body Positivity einsetzt.

(lag)


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