Gommiswald

Älpli-Wirtin nach Patententzug: «Ich kann diesen Entscheid nicht ernst nehmen»

30. März 2022, 11:26 Uhr
Rund 90 Personen feierten mitten im Lockdown ein illegales Fest im Restaurant «Älpli» in Gommiswald. Die Gemeinde entzieht der Wirtin das Patent – für sie nicht nachvollziehbar.
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Quelle: FM1Today / Youtube (Corona Mahnwachen)

Im vergangenen März trafen sich im Restaurant Älpli in Gommiswald rund 90 Personen. Zu dieser Zeit befand sich die Schweiz im Lockdown. Die Polizei löste die Veranstaltung nicht auf, ein Drittel der anwesenden Partygäste wurde allerdings gebüsst, FM1Today berichtete. Jetzt entzieht die Gemeinde der Wirtin das Patent, unter anderem weil es auch später zu Verstössen gegenüber geltenden Coronabestimmungen gekommen sei.

Der Gemeindepräsident von Gommiswald, Peter Hüppi, erklärt auf Anfrage des Tagblatts, der Patententzug sei keine leichte Entscheidung gewesen:

Der Patententzug ist noch nicht rechtskräftig. Die Wirtin hat die Möglichkeit, beim Volkswirtschaftsdepartement Einsprache zu erheben. Auf Anfrage erklärt sie, dass sie das tun werde. Sie sagt, sie sei wütend, unter anderem auf die Berichterstattung der Medien, aber auch auf die Gemeinde. «Ich kann diesen Entscheid nicht ernst nehmen», sagt sie. Aus ihrer Sicht hätte das Patent schon im vergangenen Jahr infrage gestellt werden müssen. «Nicht erst jetzt wo alles vorbei ist.»

Nach Informationen folgten Konsequenzen

Hüppi erklärt, er habe bereits vor der Durchführung der Veranstaltung telefonisch mit der Wirtin gesprochen. «Ich habe ihr davon abgeraten, den Event durchzuführen, und sie über die möglichen Konsequenzen informiert.» Weiter habe während des letzten Jahres telefonisch und vor allem ein schriftlicher Austausch stattgefunden.

Vor einem Jahr äusserte sich die Wirtin und der Organisator der Party gegenüber TVO:

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Quelle: TVO

Die Wirtin erklärt telefonischen Kontakt habe es praktisch keinen gegeben, sie sei schriftlich über Schritte der Gemeinde informiert worden. Dass der Anlass im März im Restaurant durchgeführt wurde, bereue sie nicht. Jedoch würde sie rückblickend einiges anders machen. Was, lässt sie allerdings offen.

«Waren gezwungen, zu handeln»

Aus Sicht der Gemeinde ist der Patententzug letztlich auch eine Sache der Fairness gegenüber all denen, die sich an die Massnahmen gehalten haben. Gegenüber FM1Today hatte der Gemeindepräsident gesagt: «Es haben sich viele Restaurantbetreiberinnen und -betreiber bei uns gemeldet, die Gerechtigkeit wollen. Dementsprechend waren wir auch gezwungen, zu handeln.» Gegenüber dem Tagblatt führt er weiter aus:

Die Wirtin des Älpli sagt: «Die anderen Restaurantbetreiberinnen und -betreiber hätten ja auch einen Anlass durchführen können.» Weiter betont sie, dass sich im Restaurant niemand mit dem Coronavirus infiziert habe.

Quelle: Franziska Stemer / St.Galler Tagblatt
veröffentlicht: 30. März 2022 11:27
aktualisiert: 30. März 2022 11:27
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