Nach Kündigung

Kronberg-Verwaltungsrat: «Es gab keinen Streit»

René Rödiger, 4. Oktober 2019, 18:11 Uhr
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Die Kronbergbahnen planen die Zukunft.
© Mea McGhee/St.Galler Tagblatt Archiv
«Unterschiedliche Vorstellungen» – die Kronbergbahn trennt sich von ihrem Geschäftsführer Markus Koster. Wir haben bei Verwaltungsratspräsident Markus Wetter nachgefragt, wie es zu dieser überraschenden Trennung kam.

Herr Wetter, wieso kommt es zur Trennung von Kronberg-Geschäftsführer Markus Koster?
Markus Wetter: Der Geschäftsführer und der Verwaltungsrat hatten unterschiedliche Vorstellung bezüglich der Geschäftsführung und der Geschäftsentwicklung.

Also Ihrer Zukunftsstrategie.
Es hat sich im Rahmen der ganzen Strategieentwicklung gezeigt. Wir haben Grosses vor in Zukunft.

Dann wurde die Kündigung ausgesprochen?
Wir haben uns im gegenseitigen Einverständnis getrennt, die Kündigung erfolgt ordnungsgemäss.

Was waren diese unterschiedlichen Auffassungen?
Das waren vor allem Vorstellungen. Der Verwaltungsrat hat vielleicht diese oder jene Vision und der Geschäftsführer will in eine andere Richtung gehen. Es waren verschiedene Dinge. Es lief aber nichts falsch oder komplett fehl.

Aber die Richtung bei der Strategie stimmte nicht.
Die Strategie 2025 ist ein Hosenlupf. Das braucht «Mäuse», um das auf die richtige Bahn zu lenken. Das hat eine hohe Priorität, deshalb muss man auch richtig an die Säcke. Und jetzt können wir das machen.

Das tönt nach Streit.
Nein, überhaupt nicht. Wir werden weiterhin zusammen an einem Tisch sitzen können. Vielleicht auch mal miteinander ein Bier trinken. Wir können uns noch in die Augen schauen. Markus Koster hat sich sehr kooperativ verhalten und ist weiter vor Ort und arbeitet. Einfach die operativen Aufgaben werden von Hannes Göldi, dem Geschäftsführer ad interim, übernommen. Koster macht weiterhin andere Aufgaben für uns zur vollsten Zufriedenheit.

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Markus Wetter, Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg.

© Monika Egli/St.Galler Tagblatt/Archiv

Hatte auch das Unwetter vom Oktober 2018 mit den unterschiedlichen Auffassungen zu tun?
Das Unwetter war etwas, das zusätzlich kam. Es gab Dinge, die nicht so einfach zu lösen waren.

Zum Beispiel?
Wir hätten sehr gerne wieder den Seilpark eröffnet. Aber wir haben festgestellt, dass wir zu wenige Tannen hatten. Das Unwetter hat es sicher nicht einfacher gemacht. Aber das war sicher nicht der Grund für die Trennung. Es waren wirklich mehrere Dinge, in denen wir unterschiedliche Vorstellungen hatten.

Steht jetzt die Strategie 2025?
Die Strategie steht oder ist weit fortgeschritten. Jetzt gibt es Abklärungen, was machbar ist und was nicht. Was ist finanzierbar? Wir haben rund 2000 Aktionäre, auch diese müssen mitziehen. Wir wollen das Unternehmen in die Zukunft bringen. Wir sehen ja, was auf der ganzen Welt passiert. Da haben wir viele Chancen, das eine oder andere umzusetzen. Wir wollen auf dem Berg eine Premiumqualität und dass über uns landauf, landab gesprochen wird.

Wie sieht die Zukunft auf dem Kronberg aus?
Die Zukunft ist die Umsetzung der Strategie 2025. Wir haben mit unserem Geschäftsführer ad interim eine Person, die sicherstellt, dass dies geschieht.

Ein konkretes Beispiel?
Sicher hohe Priorität hat für den Verwaltungsrat der Ausbau des Erlebnisparks im Tal. Aber das ist nur ein Teil.

Wann gibt es einen Nachfolger für Markus Koster?
Der Verwaltungsrat wird sich Zeit lassen, bis das Unternehmen richtig fit ist und dann mittelfristig einen neuen Geschäftsführer suchen. Es wird sicher nicht schon nächste Woche ein Inserat geben.

Markus Koster im zerstörten Seilpark

Markus Koster im zerstörten Seilpark 

© FM1Today/Dario Cantieni

Wie geht es den Luftseilbahnen wirtschaftlich?
Wir sind gut aufgestellt. Wir kommen in der Bevölkerung gut an. Aber wir wollen natürlich noch besser werden. In den nächsten Tagen sind zum Beispiel Herbstferien. Es ist himmeltrauriges Wetter angekündigt. Da muss man kreativ sein und den Leuten etwas bieten. Die Leute sollen ins Appenzellerland kommen und sagen: Wenn ich schon da bin, muss ich auf den Kronberg.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. Oktober 2019 17:59
aktualisiert: 4. Oktober 2019 18:11