Alpstein

«Super Stimmung»: Das ist die Bilanz der Bergwirte

Svenja Graf, 31. Oktober 2022, 13:28 Uhr
Eine ereignisreiche Saison im Alpstein geht zu Ende. Von Personalmangel über Parkplatzdiskussionen bis hin zu den neuen Infotafeln: Den Bergwirten wurde diesen Sommer nicht langweilig. Insgesamt blicken sie auf eine gute Saison zurück.
Die Bergwirte ziehen eine positive Bilanz zur Saison.
© Keystone
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«Im Herbst geht man gerne ins Tal, im Frühling kommt man aber genau so gerne wieder zurück in die Berge», sagt Sepp Manser, Wirt vom Berggasthaus Meglisalp. Für die meisten Bergwirte ist es Zeit, sich vom Alpstein zu verabschieden und die Wirtschaften winterfest zu machen. An einigen Orten im Alpstein hat es nämlich keine Sonne mehr und für Ende Woche hat sich Schnee angekündigt.

Der Alpstein war diesen Sommer gleich mehrmals im Fokus der Medienberichterstattung: Anfang Saison liess sich kaum Personal finden, mitten im Hochsommer gab es plötzlich massiv weniger Parkplätz in Wasserauen und schliesslich sorgten auch die Todesfälle für Diskussionen und neuen Infotafeln. Nichtsdestotrotz blicken die Alpsteinwirte auf eine gute Saison zurück.

Super Aushilfen auf der Meglisalp

Dank guten Aushilfen konnte Manser den Personalmangel auf der Meglisalp gut ausgleichen. «Wir hätten uns mehr Festangestellte gewünscht, die Aushilfen haben uns aber super unter die Arme gegriffen.» Wie gut eine Saison läuft, sei immer wetterbedingt. «Insgesamt war die Saison sehr erfreulich. Mit dem schönen Wetter die letzten Tage hatten wir noch einen krönenden Abschluss», sagt Manser.

Seit Sonntag ist das Berggasthaus Meglisalp geschlossen. Jetzt heisst es: aufräumen, putzen, Wasser abstellen und alles winterdicht machen. Am Schluss der Saison sollten auch möglichst alle Esswaren aufgebraucht werden. «Das ist zum einen Teil Erfahrung, aber auch Glück. Und dieses Jahr hatten wir viel Glück, es ist fast alles weg», sagt Manser und lacht. Die Reste nehmen sie entweder mit ins Tal oder frieren sie dank Stromanschluss im Berggasthaus ein.

Parkplätze beschäftigten Gäste im Messmer

Ebenfalls im Endspurt ist Familie Hehli im Berggasthaus Messmer, sie schliessen am 1. November. «Obwohl wir gegen Ende der Saison nicht mehr das ganze Angebot haben, ist die Stimmung bei den Gästen super. Die Leute sind dankbar, dass wir noch offen haben», sagt Wirtin Monika Hehli. Ende Woche soll es schneien. Bis dahin ist Familie Hehli noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Neben dem (egal ob gutem oder schlechtem) Wetter, beschäftigte die Gäste im Messmer auch die Parkplatzsituation. «Ich hatte viele Telefonate deswegen. Die Leute wussten nicht, wo sie parkieren konnten. Es braucht definitiv eine langfristige Lösung. Was ich von den Gästen gehört habe, waren das teilweise schlimme Zustände», so Hehli. Sie hofft, dass die Regierung etwas unternimmt.

Wege beim Äscher sorgen für mehr Fragen

Restaurants in der Nähe von Seilbahnen bleiben noch etwas länger offen, so auch das Berggasthaus Äscher. «Bis jetzt können wir eine super Bilanz ziehen und wir freuen uns auf einen goldigen Herbst. Zu dieser Zeit verlangsamt sich alles, es ist aber immer sehr schön. Vor allem weil wir jetzt oft über dem Nebel sind», sagt Melanie Gmünder, Wirtin vom Berggasthaus Äscher.

Die Todesfälle in der Nähe des Äschers haben durchaus beschäftigt, die Arbeit im Berggasthaus jedoch nicht eingeschränkt. «Wir hatten deshalb nicht weniger Gäste oder Stornierungen. Die Leute stellen etwas mehr Fragen und erkundigen sich, was natürlich gut ist. Auf jedem Bergwanderweg muss man Schritt für Schritt gehen», so Gmünder. Auch die neue Tafel steigere bei den Gästen das Bewusstsein, etwas besser aufzupassen.

Freunde treffen, Familie geniessen und ausruhen

So schön die Sommersaison im Alpstein ist: Die drei Bergwirte freuen sich auch auf die Zeit im Tal. «Einmal aus der Äscher-Blase hinauszukommen, tut sehr gut. Man kann zu jedem Plan ‹Ja› sagen», sagt Gmünder. Ausserdem habe man Zeit, selbst einmal spazieren zu gehen und das schöne Wetter zu geniessen, sagt auch Monika Hehli vom Messmer. Für Sepp Manser von der Meglisalp beginnt mit dem Winter eine andere Zeit: «Es ist wie ein anderes Leben – das Jahr hat für uns zwei Zeiten. Im Frühling geht es dann zurück in unsere Sommerresidenz.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 1. November 2022 05:51
aktualisiert: 1. November 2022 05:51