«Die Zahnlücke von Steckborn füllen»

Angela Mueller, 12. Dezember 2016, 22:01 Uhr
Kurz vor Weihnachten 2015 brannten im historischen Zentrum von Steckborn vier Häuser ganz oder teilweise nieder. Heute hat die Stadtverwaltung das Projekt vorgestellt, das die Hausbesitzer gemeinsam bauen wollen.

Stadtpräsident Roger Forrer erinnert sich nicht gerne an den Abend des 21. Dezembers 2015: «Es war der Horror für Steckborn». In der Altstadt brannten vier Häuser zum Teil vollständig nieder, zwei Personen wurden leicht verletzt und mehrere Personen waren auf einen Schlag obdachlos.

Hausbesitzer haben zusammengespannt

Nach dem Brand konnte die Gemeinde die Liegenschaftsbesitzer überzeugen, in Sachen Wiederaufbau gemeinsam vorzugehen. So wurde ein Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben. 69 Projekte wurden eingereicht. Am Montag wurde das Siegerprojekt vorgestellt. Das Projekt «L'Aquilino» des Zürcher Architekturbüros Pater hat das Rennen gemacht (die Bilder dazu sind in der Galerie). «Besonders stolz sind wir, dass sowohl Hausbesitzer wie auch die Jury dieses Projekt einstimmig bevorzugt haben», sagt Forrer.

Häuser mit eigener Persönlichkeit

«Nun kann die Zahnlücke von Steckborn endlich wieder gefüllt werden», sagte Forrer. Anklang fand das Sieger-Projekt unter anderem auch deshalb, weil die neue Überbauung die fünf ursprünglichen Häuser und deren verschiedene Charaktere wiedergibt. «Jedes Haus bekommt wieder eine eigene Persönlichkeit, wie es ursprünglich war», sagt Thomas Hasler, Architekt und Fachpreisrichter.

Gebäudeversicherung gibt den Takt vor

Doch mit der Einigung der Jury und der Eigentümer auf ein Projekt ist der Weg noch lange nicht geebnet. «Trotzdem hoffen wir, bis in einem Jahr die konkreten Pläne zu erhalten und mit dem Bau beginnen zu können», sagt Forrer. Die Gebäudeversicherung gibt diesbezüglich auch etwas den Takt an: Die neue Erbauung sollte drei Jahre nach dem Brand erstellt sein. «Das ist für uns ein willkommener Druck, vorwärts zu machen», sagt Forrer.

Teilbeschädigtes Haus wird wieder aufgebaut

Bei dem Neubau-Projekt sind nicht mehr Wohnungen geplant als zuvor, allerdings werden die Wohnungen zeitgemässer und grosszügiger. Einer der Hausbesitzer hat sich nicht der Überbauung angeschlossen - sein Haus wurde am wenigsten beschädigt. «Der Besitzer wollte das ursprüngliche Haus unbedingt erhalten», sagt Forrer.

TVO hat auf das Inferno im Zentrum von Steckborn zurückgeblickt:

Werbung

Angela Mueller
Quelle: agm
veröffentlicht: 12. Dezember 2016 16:56
aktualisiert: 12. Dezember 2016 22:01