Drei Tote und 21 geklaute Motoren

Fabienne Engbers, 15. Februar 2019, 14:43 Uhr
Die Taucher der Seepolizei Thurgau bei der Arbeit.
© pd
Die Thurgauer Seepolizei hatte im vergangenen Jahr nicht mehr zu tun als in den Vorjahren. Bei Unfällen am und auf dem Bodensee verloren drei Menschen ihr Leben. Stark angestiegen ist die Zahl der geklauten Motorboote.

24 Unfälle gab es 2018 auf dem Bodensee und dem Hochrhein im Kanton Thurgau, die Zahl liegt im langjährigen Mittel. 88 Personen mussten aus Seenot gerettet werden. Auf dem gesamten Bodensee und dem Hochrhein bis Schaffhausen wurden gesamthaft 183 Unfälle verzeichnet, dies sind 46 weniger als noch im Vorjahr, allerdings mussten mehr Personen aus Seenot gerettet werden.

Rollstuhlfahrer stirbt in Romanshorner Hafen

Insgesamt verzeichnete die Seepolizei im Thurgau drei Todesfälle in ihrem Gebiet. Im Januar stürzte ein Rollstuhlfahrer im Romanshorner Hafen in den See und starb an den Folgen des Sturzes. Nach dem Sturz forderte Silvan Mumenthaler ein Geländer am betroffenen Stück am Hafen. Es sei sehr gefährlich, wenn man an diesem Stück mit einem Rollstuhl unterwegs sei, sagte der Romanshorner vor rund einem Jahr zum Tagblatt.

Bei Tauchgang zu Schiffwrack verstorben

Der zweite tödliche Unfall ereignete sich in Bottighofen. Dort tauchte ein Mann zum Wrack der «Jura» hinab, wobei der Mann verstarb. Der 56-Jährige wurde tot neben dem Wrack geortet und von dort geborgen, er war alleine zum Wrack abgetaucht. Seit 2005 starben bereits fünf Personen bei Tauchgängen rund um das Schiffswrack.

Im Juli verstarb ein Mann auf dem Bodensee bei Landschlacht, nachdem er einen Herzinfarkt erlitt. Da der Mann alleine unterwegs war, ist der genaue Unfallhergang unklar.

Brenzlige Situationen auf dem Rhein

Bei sommerlichem Wetter führte die Seepolizei diverse Kontrollfahrten auf dem Rhein durch. Dies, da es immer wieder zu brenzligen Situationen kam, weil «Böötler» und andere Rheinbenutzer die Kraft des Wassers unterschätzten. Während des heissen Sommers hat die Kantonspolizei vor den Gefahren auf dem Wasser hingewiesen und büsste mehrere Wasser-Pläuschler. Ausserdem wies die Polizei darauf hin, dass auch Schlauchboote angeschrieben werden müssen.

Viele Motoren geklaut

Sechs Schiffe und insgesamt 21 Schiffsmotoren wurden im vergangenen Jahr gestohlen. Drei der sechs Schiffe konnten sichergestellt und ihren Besitzern zurückgegeben werden. Der Diebstahl von Motoren hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, 2017 wurden noch 13 Schiffsmotoren geklaut. Es zeige sich hier eine steigende Tendenz, schreibt die Seepolizei.

Auch die Taucher der Seepolizei waren im Einsatz – insgesamt wurden sie 26 Mal aufgeboten. Sie bargen unter anderem 58 Schiffe und Fahrzeuge. Ausserdem führten sie technische Kontrollen durch.

Historische Seepegel

Im Januar historisch hoch, im November historisch tief: Das war der Seepegel des Bodensees im Jahr 2018. Anfang Jahr fürchtete man wegen der starken Niederschläge im Januar ein Hochwasser des Bodensees. Bis im Mai entsprach der Seepegel etwa jenem des Jahrhunderthochwassers von 1999. Wegen des trockenen Junis sackte der Pegel dann aber ab, im Herbst sank er dann auf den tiefsten Pegel seit Messbeginn vor 20 Jahren. Ende Oktober und Anfang November betrug der Seepegel weniger als drei Meter, bevor er sich im Dezember wiederum normalisierte.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 15. Februar 2019 12:35
aktualisiert: 15. Februar 2019 14:43