Neue Studien

Herdenschutz und Wolfspopulation: Gebirgskantone fordern Bund zum Handeln auf

20. September 2022, 09:27 Uhr
Die Wolfspopulation soll reguliert und für den Schutz von Nutztieren auf Alpen sollen Kriterien erarbeitet werden. Das fordert die Regierungskonferenz der Gebirgskantone aufgrund zweier neuer Studien. Das Ziel: eine tragfähige Koexistenz von Wolf, Mensch und Nutztieren.
Die Gebirgskantone fordern, dass die Wolfspopulation in den Regionen überwacht wird.
© Keystone

Die Zahl der Wölfe in der Schweiz wächst. In den letzten drei Jahren habe sie sich gar verdoppelt, schreibt die Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK) in einer Mitteilung. Zu den Gebirgskantonen gehören Graubünden, Glarus, Uri, Tessin und Wallis. 2022 wurden in den Kantonen bereits rund 1000 Schafe und Rinder gerissen. 

Koexistenz zwischen Wolf, Mensch und Nutztieren

«Die Regierungskonferenz der Gebirgskantone will, dass Rahmenbedingungen für die Rückkehr des Wolfs geschaffen werden, die zu einer tragfähigen Koexistenz zwischen Wolf, Mensch und Nutztieren im Alpenraum führen», heisst es weiter in der Mitteilung. In zwei Studien haben die Beratungsunternehmung für die Alpwirtschaft Büro Alpe und das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) Methoden und Massnahmen dazu beschrieben.

Aufgrund der Studien schlägt die RGKG vor, dass die Zahl der Wölfe überwacht und gesteuert wird. «Darauf gestützt soll der Bund Abschusspläne pro Kanton erlassen, um Konflikte mit dem Menschen und dessen Nutztieren zu reduzieren und die Wolfsbestände in einer Grössenordnung zu halten, die das Überleben des Wolfes gewährleistet und für die betroffene Bevölkerung akzeptabel ist», schreibt die RGKG.

Forderungen an Bund: Mehr Unterstützung und klare Richtlinien

Ausserdem soll es klare Richtlinien für den nachhaltigen Herdenschutz auf den Alpen geben. «Künftige Schutzkonzepte sollen die Unterschiede zwischen den einzelnen Alpbetrieben aufnehmen, die Rahmenbedingungen für das Alppersonal sollen verbessert werden und die Aufwände für den Herdenschutz sollen in einem ausgebauten Beitragssystem berücksichtigt werden», so die RGKG. Dafür sollen zudem die Unterstützungsleistungen erhöht werden. 

«Nur mit einem Zusammenspiel von Herdenschutz und Wolfsmanagement haben die Berglandwirtschaft und die Alpwirtschaft eine Chance, sich erfolgreich an die neue Situation anzupassen», schreibt die Regierungskonferenz. 

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. September 2022 09:27
aktualisiert: 20. September 2022 09:27
Anzeige