Strassenverkehr

Keine Patentlösung für die Stauprobleme auf der A13

4. Oktober 2022, 13:42 Uhr
Zum Problem des Ausweichverkehrs von der A13 im Bündner Rheintal hat am Montag ein zweiter Runder Tisch mit Bund, Kanton und Gemeinden stattgefunden. Die im Sommer ausprobierten Massnahmen sollen optimiert werden.
Die Sperrungen im Sommer haben nicht die gewünschte Wirkung gezeigt.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
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Der Ausweichverkehr der A13 sorgte in den anliegenden Gemeinden lange für Zündstoff. Der zusätzliche Verkehr verstopfte die Dörfer. Dieses Jahr wurde nun etwas unternommen: Während der Feiertage und der verkehrsintensivsten Sommerwochenenden wurden in einem Pilotversuch die Durchfahrten durch die Gemeinden Bonaduz und Rhäzüns auf Anwohnende und Zubringende sowie auf den öffentlichen Verkehr beschränkt. Diese Massnahmen wurden nun am zweiten Runden Tisch ausgewertet, heisst es in der Mitteilung des Kantons Graubünden vom Montag. 

Ziel war es, die Ortschaften vom Ausweichverkehr zu entlasten und die Dorfkerne freizuhalten. Der Erfahrungsaustausch am Runden Tisch habe nun aber gezeigt, dass die Massnahmen «bedingt funktioniert» hätten. Trotzdem zeigten sich die Gemeinden wie auch der Kanton zufrieden mit der Gesprächsrunde. Gegenüber FM1Today betonen beispielsweise die Gemeinde Rhäzüns und Domat/Ems, dass man die Bemühungen seitens des Kantons sehr schätze und man sich nicht mehr alleingelassen fühle.

Signalisation reicht nicht

In den am stärksten betroffenen Ortschaften wurde ein geringeres Verkehrsaufkommen festgestellt. «Eine alleinige Signalisation hat aber nicht ausgereicht und keine spürbare Entlastung gebracht», wie der Rhäzünser Gemeindepräsident Reto Loepfe gegenüber FM1Today erklärt.

Es brauche an den Ausfahrten zusätzlich Personal, das die Automobilisten wieder auf die Nationalstrasse lenke. «Die Signalisation alleine wurde öfters ignoriert», so Loepfe weiter. Diese Massnahme sei aber personalintensiv und führe zu einer weiteren Ausdehnung der Staus auf der Autobahn mit weiteren vom Ausweichverkehr betroffenen Gemeinden.

«Es gibt aktuell keine Patentlösung, denn jede umgesetzte Massnahme bringt neue Konsequenzen mit sich», erklärt Andreas Pöhl, Leiter Verkehrsmanagement beim Tiefbauamt Graubünden. Alle Beteiligten wollten möglichst verhindern, dass die Probleme lediglich verschoben würden. 

Für die Feiertage und den Sommer 2023 sollen die bereits ergriffenen Massnahmen nun weiter verbessert und erneut umgesetzt werden, wie Andreas Pöhl ausführt. Zudem werden verschiedene mittel- und längerfristige Massnahmen erarbeitet.

Probleme auch im Winter

Thema am Runden Tisch war auch der Winterverkehr. Betroffen ist der untere Abschnitt der A28 mit den Gemeinden Schiers, Grüsch, Jenaz und Landquart sowie die Stadt Chur, ausserdem betroffen sind die Gemeinden Trimmis und Zizers. Dort kommt es an sechs bis sieben Wochenenden von Ende Dezember bis Anfang März zu Mehrverkehr. Auch hier wird es nun ein Pilotversuch geben, um den Ausweichverkehr einzudämmen. 

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch in die Sommerplanung 2023 einfliessen. Laut Pöhl geht es konkret um die Verkehrsdosierung. Im Winter-Pilotversuch soll nämlich der Verkehr je nach Staulage auf der Hauptstrasse angehalten werden und nur paketweise, also eine gewisse Anzahl Fahrzeuge, durchgelassen werden. Dies solle im Versuch noch mit Personal gemacht werden, später könnten dafür Lichtsignalanlagen installiert werden.

(sda/mma)

Quelle: sda
veröffentlicht: 4. Oktober 2022 13:31
aktualisiert: 4. Oktober 2022 13:42