«Roger S. hätte nie freikommen dürfen»

Michael Ulmann, 6. Januar 2017, 06:35 Uhr
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Die Bluttat von Rehetobel hätte verhindert werden können. Dieser Meinung ist der St.Galler Kriminalpsychiater Ralph Aschwanden. Gegenüber TVO (siehe Video) sagt er, Roger S. hätte nach seiner ersten Bluttat vor 14 Jahren nie freikommen dürfen.

An Ostern 2003 schoss Roger S. in Heiden mit einer abgesägten Schrotflinte auf drei Männer. Für die Tat sass der 33-Jährige bis 2009 im Massnahmenzentrum Arxhof in Basel. «Korrekterweise müsste so eine Person mit solch ungünstigen Prognosen weiter in einer Massnahme sein. Weil das Delikt, dass Roger S. damals vor 14 Jahren begangen hat, ist alles andere als harmlos», sagt der Kriminalpsychiater Ralph Aschwanden, der selber mit kriminellen Menschen zu tun hat.

Ex-Leiter wehrt sich

Aschwanden fragt sich, weshalb Roger S. freigekommen ist. «Heutzutage wäre das eher unwahrscheinlich. Dies weil auch eine Verwahrung möglich wäre.» Renato Rossi, der ehemalige Leiter des Massnahmenzentrums Arxhof, wehrt sich gegen die Kritik. Er sagt: «Wir haben alles in unserer Macht stehende gemacht.» Rossi bezeichnete Roger S. selbst als «tickende Zeitbombe».

Hohen Preis bezahlt

Kriminalpsychiater Aschwanden ist sich sicher, «wenn die Polizisten beim Vorfall am letzten Dienstag gewusst hätten, was Roger S. für ein Mensche ist, dann hätten sie besser aufgepasst und allenfalls schusssichere Westen getragen. Aber sie hatten einen Täuscher vor sich, einen Psychopathen. Dafür haben sie einen hohen Preis bezahlt.»

Michael Ulmann
Quelle: uli
veröffentlicht: 5. Januar 2017 21:24
aktualisiert: 6. Januar 2017 06:35