Keine Perspektive

Gastro ist sauer: «Es nagt am Mensch, wenn es nicht weitergeht»

18. Februar 2021, 19:17 Uhr
Der Bundesrat stellt Öffnungen der Läden und erster Freizeitbetriebe in Aussicht – die Gastronomie soll Gäste ab April erst auf den Terrassen bewirten dürfen. St.Galler Betroffene sind schwer enttäuscht.

Quelle: tvo

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Mit den Lockerungsschritten ab März und April will der Bundesrat der Bevölkerung wieder eine Perspektive geben: Der Unmut wegen des Shutdowns sei mittlerweile gross, ausserdem lasse die epidemiologische Lage erste Öffnungen zu. Ab 1. März dürfen unter anderem Geschäfte, Museen und Zoos wieder Kundinnen und Besucher begrüssen.

Mehr oder weniger perspektivlos lässt die Landesregierung mit ihren Öffnungsvorschlägen die Gastronomiebranche zurück. Ab 1. April sollen Beizer ihre Gäste draussen auf ihren Terrassen empfangen dürfen. Eine enttäuschende Regelung, wie Stefan Schmidhauser, Wirt des «Naz» und des «Fondue Beizli» in der Stadt St.Gallen, findet. «Man muss den Betrieb hochfahren, das kostet schonmal viel Geld», sagt Schmidhauser gegenüber TVO.

Regen und Schnee trüben Terrassenbetrieb

Ausserdem: «Wir leben in der Ostschweiz, im April kann es bei uns regnen oder auch mal schneien. In der Westschweiz oder im Tessin kann man über diese Regelung diskutieren, in St.Gallen wird das aber schwierig.» Einige seiner Kollegen hätten zudem nicht einmal einen Garten.

«Wut, Entsetzen und Resignation» fühlt derzeit Walter Tobler, Präsident des kantonalen Branchenverbandes Gastro SG. Die Härtefallgelder fliessen zwar, diese decken jedoch nur die Fixkosten. Deshalb habe man nun die Gutscheinaktion des Verbandes verlängert, um schnell an Geld zu kommen. Aber auch dieses Geld sei nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Tobler rechnet mit zahlreichen Schliessungen.

«Die Leute wollen arbeiten»

Nicht nur finanziell, auch psychisch sind die Betriebe beziehungsweise ihre Mitarbeitenden am Anschlag. Schmidhauser: «Die Leute wollen arbeiten. Es nagt am Mensch, wenn es nicht weitergeht.»

(lag)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 18. Februar 2021 19:17
aktualisiert: 18. Februar 2021 19:17