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«Hat mich ein bisschen befremdet»

René Rödiger, 3. Mai 2019, 18:06 Uhr
Markus Buschor ist Stadtrat und Vorsteher des Amtes für Bildung und Freizeit.
© Urs Bucher/St.Galler Tagblatt/Archiv
Die IG Handball St.Gallen bemängelt in einem offenen Brief die Hallensituation in der Stadt. Jetzt nimmt der St.Galler Stadtrat Markus Buschor, Vorsteher des Amtes für Bildung und Freizeit, dazu Stellung.
Markus Buschor, die IG Handball St.Gallen hat ihnen einen offenen Brief geschrieben (FM1Today berichtete).

Markus Buschor: Das hat mich ein bisschen befremdet.

Der offene Brief?

Ein Brief an mich wäre völlig ok gewesen. Aber auf diesem Weg ist das komisch.

Stimmen die Vorwürfe nicht?

Selbstverständlich haben wir nicht mehr ideale Bedingungen in den Hallen in der Stadt St.Gallen. Ich verstehe also die Vorwürfe. Aber wir sind mit den Spitzenclubs St.Otmar und Brühl im Gespräch.

Diese Gespräche werden im offenen Brief aber nicht erwähnt.

Weil ich bisher die Vereine St.Otmar und Brühl als Ansprechpartner hatte. Nach diesem offenen Brief müssen wir erst einmal klären, wer denn nun der richtige Ansprechpartner ist.

Zurück zu den Vorwürfen. Wieso hat es in der Stadt St.Gallen keine modernen Hallen, in denen auch grosse Länderspiele ausgetragen werden können?

Andere Städte hatten das Glück, dass sie private Investoren gefunden haben, die moderne Multifunktionshallen finanziert haben. Das haben wir hier nicht.

Braucht es diese privaten Gönner?

Wir haben uns bisher nie aktiv auf die Suche nach Sponsoren gemacht. Als vor zehn Jahren erstmals angefragt worden ist, ob man die Kreuzbleiche-Halle nicht modernisieren könne, machte man eine Abklärung, ob das politisch und finanziell überhaupt möglich ist.

Ist es das?

Deshalb verstehe ich ja die Anliegen der IG ein Stück weit: Es ist gerade im Zusammenhang mit Handball seither wenig passiert. Das ist mit ein Grund, wieso das Amt für Bildung und Freizeit wieder vermehrt in Kontakt mit den grossen Klubs ist.

Die Gespräche dauern, finanzielle Mittel sind kurzfristig kaum zu haben. Wir werden also in naher Zukunft keine Länderspiele in Hallensportarten in St.Gallen sehen?

Es ist halt so, dass gerade im Handball die Schweizer Herrenmannschaft erfolgreich ist. Da kommen dann mehr Zuschauer. Und für die hat es in keiner Halle in St.Gallen Platz.

Gibt es Hoffnung, dass sich die Situation bessert?

Ja, wir erarbeiten derzeit ein neues Sportanlagenkonzept. Bevor das aber nicht steht, planen wir sicher nicht eine neue Multifunktionshalle. Hoffnung macht zum Beispiel das Projekt «Neuland» bei der Olma. Dort hat sich das Amt für Bildung und Freizeit bewusst eingebracht, dass eine Halle entsteht, in der auch jeder Indoor-Sport möglich sein kann. Es sollen wieder die ganz grossen Spiele ausgetragen werden können.

Wie geht es jetzt nach dem offenen Brief weiter?

Wie gesagt: Wir müssen jetzt abklären, wer eigentlich unser Ansprechpartner ist.

René Rödiger
Quelle: rr
veröffentlicht: 3. Mai 2019 18:06
aktualisiert: 3. Mai 2019 18:06