St.Gallen

Marktplatz-Konzept: «Es braucht noch fundamentale Anpassungen»

23. Juni 2022, 05:58 Uhr
Das Konzept für den neuen Marktplatz in St.Gallen hat nicht allen gefallen. Insbesondere der IG Marktplatz nicht, diese hat rund 3000 Unterschriften für ihren Gegenvorschlag gesammelt. Insgesamt sind 280 Stellungnahmen auf der Mitwirkungsplattform der Stadt zum Marktplatz eingegangen.
Im Idealfall beginnen die Bauarbeiten für den neuen Marktplatz Anfang 2024.
© SGT/Urs Bucher

Im September 2020 wurde abgestimmt, ob der Marktplatz in St.Gallen neugestaltet werden sollte. Die Stadt hat ein Konzept ausgearbeitet und es im Mai vorgestellt. Nun hat die IG Marktplatz, eine aus Markthändlern bestehende Interessengemeinschaft, einen Gegenvorschlag ausgearbeitet. Beim Sammeln der Unterschriften sind insgesamt rund 3000 zusammengekommen. «Es braucht noch fundamentale Anpassungen am heutigen Projekt, damit ein lebendiger Markt in St.Gallen weiterhin möglich sein wird», sagt IG-Marktplatz-Mitglied Hannah Rimle, Vertreterin des Vereins St.Galler Bauernmarkt.

Streitpunkt Pavillon 

Nun hat die IG Marktplatz ein paar konkrete Forderungen gestellt. So wollen sie zum Beispiel, dass es nicht zwei Pavillons gibt, sondern nur einen grossen. «Ausserdem sind die Stände, die am westlichen Ende des Marktplatzes zu stehen kommen, wesentlich unattraktiver», steht in der Medienmitteilung der IG. Diese und weitere Forderungen hat die IG in einer Mitteilung aufgelistet. Mit den vorgeschlagenen Änderungen soll der Marktplatz kostengünstiger, nachhaltiger und überlebensfähiger werden.

Gallusplatz statt Marktplatz

Die Stadt plant, dass der Markt während der gesamten Bauphase auf dem Marktplatz bleiben wird. Der Gegenvorschlag der IG will aber, dass der Markt während der Bauphase auf den Gallusplatz verschoben wird. Die IG befürchtet, dass die Marktstände aufgrund der Baustelle am Marktplatz zu oft umplatziert werden könnten. Die Kunden müssten so jede Woche die Stände neu suchen. «Fürs Überleben der bisherigen Marktstände ist es zentral, dass sie während der gesamten Bauphase am selben Ort stattfinden können», sagt Rimle.

Besprechung mit der Stadt im August

Neben der Stellungnahme der IG Marktplatz sind 280 weitere bei der Stadt eingegangen. Während eines Monates konnte die Bevölkerung ihre Anliegen zum Marktplatz online eingeben.

Auf die Frage, wie es weiter geht, antwortete Beat Rietmann, Stadtingenieur: «Nächste Woche werden die Eingaben gesichtet und den einzelnen Themenbereichen zur Beantwortung zugestellt.» Weitere Entscheidungen werden dann in anderthalb Monaten getroffen. «Im August wird eine weitere Besprechung mit den Markthändlern abgehalten, um dann koordiniert mit dem Ergebnis aus der öffentlichen Mitwirkung, dem Projektausschuss Anfang September entsprechende Anträge zu stellen».

Nach der Auswertung der Rückmeldungen innert Jahresfrist soll das definitive Bauprojekt ausgearbeitet werden. Ab Sommer bis Herbst 2023 wird die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen, damit Anfang 2024 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. Juni 2022 05:58
aktualisiert: 23. Juni 2022 05:58
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